Zum Schluß kommen wir noch auf die interessante Frage: Sind die in der Jobsiade vorkommenden Personen und Geschichten lediglich dichterische Erfindung oder liegen ihnen wirkliche Persönlichkeiten und Thatsachen zu Grunde? Jedenfalls steht zunächst fest, daß nach dem Erscheinen des ersten Theiles sich manche Personen getroffen fühlten und dem Dichter das mit altbochumer Offenheit vorgeworfen wurde. Dafür spricht auch die Entschiedenheit, mit welcher Kortum sich in den Einleitungskapiteln der beiden letzten Theile gegen die Insinuation verwahrt, er habe „überall satirisirt oder gar personalisirt“. Er behauptet.
„Nun kann ich aber, bei meiner Treu und Ehren!
Jedermänniglich laut und offen erklären,
Daß ich von persönlicher Beleidigung frei,
Und für Niemand das Büchel anstößig sei.
Wer sich also in Zukunft etwa würde vergessen
Und mir absurde Absichten beimessen,
Den erkläre ich hiermit rund
Für einen et cetera und bösen Leumund!!“
Wenn wir nun auch dem Dichter diese Erklärung, die er mit zwei !! am Ende bekräftigt, auf das Wort glauben, so ist doch zu bedenken, daß alte Leute in Bochum versichern, den leibhaftigen Hieronimus Jobs und dessen Brüder noch gekannt zu haben, und daß ein in „denen Studiis verunglückter Bochumer Bruder Studio“ Namens Boi, zu besagtem Hieronimus Porträt gesessen habe. Kortum habe den Namen desselben rückwärts gelesen, die körperkräftige Gestalt und viele „Meinungen und Thaten“ seien aber diesem „verbummelten Studenten“ abgelauscht. Als Stammhaus des weiland Hieronimus Jobs wird das Haus auf der oberen Marktstraße Nr. 8, den alten Bochumer noch jetzt als Flügel-Boi’sches Haus bekannt, mit aller Bestimmtheit bezeichnet. Ferner soll in dem arg mitgenommenen „Doctor Schneller“ ein ärztlicher Concurrent des Dichters versteckt, und in den beiden Advocaten Schluck und Schlauch auf damalige Personen angespielt sein. Uebrigens schonte Kortum auch seinen eigenen ärztlichen Stand keineswegs, wofür die Dichtung zahlreiche Belege bietet.