Allgemeines entsetztes Kopfschütteln und der Gymnasialdirektor meinte: „Nun begreife ich freilich die schlechten Lernerfolge des jungen Mannes!“

Mein Klassenvorstand aber sprang auf, faßte mich an der Schulter und rief: „Mensch, so reden Sie doch! Das kann ja gar nicht wahr sein! So kann ich mich doch an Ihnen nicht getäuscht haben!“

Der ehrliche Schmerz des schon alten Mannes schnitt mir ins Herz und da vergaß ich meinen Vorsatz und sagte: „Ich war nicht in der Spittelgasse, ich bin nur hindurchgelaufen.“

„Wo waren Sie dann?“

Sollte ich vor diesen Leuten da mein Herz entblößen, sie mit ihren brutalen Händen in dem Heiligtum meiner Seele wühlen lassen?

Mein Klassenvorstand las mir die Qual aus den Augen und sagte: „Ich möchte die Herren bitten, mich eine kurze Zeit mit dem jungen Manne allein zu lassen. Ich glaube garantieren zu dürfen, daß er mir die volle Wahrheit bekennen wird!“

„Wie meinen Sie, Herr Direktor?“ fragte der Direktor unserer Anstalt.

Der Gymnasialdirektor zuckte mit den Achseln und erwiderte: „Wenn der Herr Kollege glaubt, soviel Macht zu besitzen, den Burschen zum Reden zu bringen, so meine ich, liegt kein Anstand vor, ihm seinen Wunsch zu bewilligen. Ich schlage also vor, wir ziehen uns für eine Viertelstunde zurück.“

Damit erhob er sich und schritt der Türe zu. Mit einem giftigen Seitenblick auf mich folgte ihm der Anstaltsdirektor und diesem der Präfekt.