[57] Ueber die Prostitution im Mittelalter liegt eine Reihe sehr eingehender Arbeiten vor, auf die ich hier wegen der tatsächlichen Einzelheiten und der bezüglichen Quellenliteratur verweisen muss. Das wichtigste bieten: Siebenkees, Material. IV. Scheible a. a. O., S. 454–527 u. 952–981. Schlager, Wiener Skizzen, N. F., III., 345–470. Kriegk, Deutsches Bürgertum, N. F., 259 ff., 339 ff. Maurer, Gesch. der Städteverfassung in Deutschland, III., S. 103 ff. Hüllmann, Städtewesen im Ma., IV., S. 270 ff.
[58] Vgl. Maurer a. a. O., S. 103 f. und Weinhold a. a. O., II., S. 21, Anm. 1.
[59] Vgl. meine Bevölkerung von Frankf. I, S. 390. Noch im Jahre 1451, zu einer Zeit, in welcher der Rat mit äußerster Strenge gegen Personen vorging, die im Konkubinat lebten und die Prostituierten außerhalb des Frauenhauses verfolgte, finden wir folgenden Eintrag im Bürgermeisterbuch Bl. 37a: Welche hore mit dem stucker gedingt hat, gibt sie yme nichts, so mag er sie phenden, und obe sost ein gude dirne mit eym guden gesellen zuhielde, die sal er nit dringen mit yme zu dingen, sie ginge dan braden reyen, er mag iz dem obersten richter sagen.
[60] Daher die Namen: arme, irre, leichte, schwache, wandelbare, wilde, freie Weiber, Fräulein, liebe Tochter, gute Tochter u. s. w. Vgl. Weinhold a. a. O.
[61] Die unerschöpfliche Skandalchronik der Klöster hier aufzurollen ist wohl nicht nötig. Der Kürze halber sei auf die Zimmersche Chronik verwiesen, aus der allein sich ein erschütterndes Bild der geschlechtlichen Verwilderung des ausgehenden Mittelalters zusammenstellen liesse.
[62] Vgl. C. Schmidt in der Alsatia 1858–1861, S. 202 ff., und über das Folgende Kriegk a. a. O., S. 331 ff. Maurer a. a. O., S. 114.
[63] Vgl. Biedenfeld, Ursprung sämtlicher Mönchs- und Klosterfrauen-Orden, I., S. 140 ff.
[64] Wie noch heute die Nonnenklöster in Italien und Spanien die Frauenerwerbsfrage viel weniger hervortreten lassen als in England und Deutschland, zeigt treffend v. Holtzendorff, Die Verbesserungen in der gesellsch. und wirtsch. Stellung der Frauen (Virchow-Holtzendorffsche Sammlung II., Heft 40), S. 25.
[65] Sprüche Salomons Kap. 31.