Überhaupt, sagte sich Benno mißmutig, als er zu Hause die Pakete auspackte, was geht dich die Sängerin an? Schreib’ deine Fakturen und kümmer’ dich nicht um fremde Damen! Geh’ nicht auf die Mädchenjagd, du bringst’s doch nur bis zum Sonntagsjäger! Du weißt’s doch aus der Odyssee: Wenn die Sirenen singen, soll merr sich die Ohren mit Watte verstopfen!
Und Benno verschloß an den nächsten beiden Abenden, sobald der Gesang Ritas ertönte, heroisch die Fenster und hielt sich das rechte Ohr zu.
Und hörte nur ganz heimlich mit dem linken Ohr hin.
Aber der Kopf denkt, das Herz lenkt.
Benno ertappte sich dabei, daß er täglich den Theaterzettel des Opernhauses studierte, um den Namen Rita von Veldern zu entdecken.
Aber er fand ihn nicht. Und das bedeutete keinen Mangel an Scharfsinn, denn selbst ein Stuart Webbs und Nick Carter würden den Namen dort nicht entdeckt haben. Aus dem einfachen Grunde, weil er nicht dort stand.
Sollte die Visitenkarte an der Tür des vierten Stockwerkes gelogen haben?
Benno überlegte.
Er wollte der Visitenkarte nicht unrecht tun; sie hatte so vertrauenerweckend schmutzig ausgesehen.
Er sagte sich: Wahrscheinlich tritt sie nicht unter ihrem Familiennamen von Veldern auf, sondern sie hat sich einen Bühnennamen zugelegt.