Benno ging im Dunkeln dem Walde zu. Er biß sich auf die Lippen, das Weinen war ihm nahe.

Sie hatte ja so recht, die gute Frau Petterich, wenn sie auch auf einer falschen Fährte war.

Ja, ich bin ein alter Esel, sagte er sich, aber hat nicht auch Titania einen Esel in den Armen gehalten? Ich bin ein alter Esel, und ich verdiene Prügel. Mit einem weit härteren Instrument als mit einem Teppichklopfer.

Aber während er sich so bittere Vorwürfe machte, schwoll sein Herz von Süßigkeit. Und alle Versuche, Martha aus seinem Gedächtnis zu reißen, gruben ihr Bild nur noch tiefer darein.

Er wandte sich um und blickte auf das nächtliche Frankfurt hinab.

Da lag die Stadt, ein glitzerndes Lichtmeer, beherrscht von der edlen Silhouette des Domes. Dort drüben, das war die Kuppel der Hauptpost, dort spielte der zackige Giebel des Römers, und jene Lichtquelle, von der sich Lichtschlangen weithin ins Land zogen, das war der Hauptbahnhof, von dem aus man nach der Türkei fahren konnte, um einen Harem zu gründen.

Benno kannte alle Kuppeln und Türme seiner Vaterstadt, und sie schienen ihm inmitten der Häuser aufgestellt wie die Figuren eines Schachbretts.

Etwas wie Ahnenstolz regte sich in ihm, als er es so vor sich sah, das unermüdliche Frankfurt, die Hochburg des Bürgerfleißes, in seiner siegreichen Selbstsicherheit.

Er liebte diese Stadt und grollte ihr zugleich.

Er liebte sie um ihrer kaufmännischen Großzügigkeit, ihres imponierenden Zielbewußtseins willen – er grollte ihr ob ihres Materialismus, der auch die Kunst für ein Rechenexempel hält.