Papa Käsberger ging ans Büfett, nahm eines der belegten Brötchen in die Hand und fragte: »Was kost’ des?«

Als er hörte, es koste dreißig Pfennig, legte er das Brötchen wieder zurück und begann seinem Unmut über diese »Räuwerei« so erregt Luft zu machen, daß es Benno angst und bange wurde.

Benno Stehkragen wandte den Kopf weg, als gehöre er nicht zu diesem polternden Menschen – da fiel sein Blick auf einen blonden, lächelnden Frauenkopf.

Das war Martha.

Und dicht vor ihr stand im Frack Direktor Hermann und hielt ihr mit verbindlicher Geste eine Schale Eis, aus der sie geziert aß.

Benno war zumut, als hielte ihn der schwarze Jäger beim Kragen. Er stand mit offenem Mund da, er wollte aufschreien – da wandte auch Martha den Kopf, und ihre Blicke begegneten sich.

Er fühlte sofort, daß sie ihn erkannt hatte, ihn aber nicht kennen wollte.

Sie sah ihn ruhig an, während Direktor Hermann lachend in sie hineinplauderte.

Benno überlegte einen Augenblick, ob er sie trotzig ansprechen sollte, aber die Gegenwart des allmächtigen Direktors erstickte diesen Gedanken im Keim. Martha hatte den Kopf ein wenig gehoben und blickte nun abweisend über ihn hinweg.

Tief verstimmt und gekränkt suchte er wieder seinen Galerieplatz. Der Zuschauerraum verdunkelte sich, die Musik setzte ein, aber er hörte nur noch mit halbem Ohr hin. Das Stück interessierte ihn nicht mehr.