Tieferschrocken sah Adolf sie an. Und blickte in zwei Katzenaugen, die höhnisch und unheilkündend funkelten.

Da senkte er den Kopf.

Der alte Bindegerst aber dachte: »Es geht schonn los! Se fängt schonn aa! — No, viel Vergniege!!«

Während Adolf das Köfferchen, das aufgegangen und seinen Inhalt auf den
Bahnsteig verstreut hatte, zusammenraffte, machte sich Katharina im
Innern des Abteils zu schaffen. Sie nahm den Herrenhut, mit dem der eine
Ecksitz belegt war, und warf ihn mit energischer Geste ins Gepäcknetz.
Dann setzte sie sich selbst auf den Platz.

Und als kurz vor der Abfahrt des Zuges ein älterer Herr einstieg und verwundert bemerkte: »Diesen Platz hatte ich mit meinem Hut belegt!«, erhielt er mit bösartiger Betonung die Antwort: »Dann hätte Se Ihrn Deckel uff den Blatz, unn net da owwe hie lege solle!«

Adolf hielt es für seine Pflicht, seiner Frau beizuspringen, und betonte, der Platz sei allerdings unbelegt gewesen. Es war ihm nicht wohl bei dieser Lüge.

Aber Katharina hatte keinen Sinn für solche ritterliche Beihilfe. »Halt Dei Maul!« herrschte sie ihn gereizt an. »Ich wer' mit dem Herrche da schonn allaans fertich! Da bin ich schonn mit ganz annern Leut fertich worn!«

Der Herr lächelte und schwieg.

Und auch Adolf schwieg. Aber er lächelte nicht dabei. In seinen
Kinderaugen standen zwei große Tränen.

Und dann pfiff die Lokomotive, und der Zug fuhr ab.