Sein Blick irrte ratlos im Zimmer umher, er konnte Katharina nicht in die Augen sehen. Ein schrecklicher Gedanke durchrieselte ihn: wenn Bindegerst das Geld nicht mehr beschaffen konnte? Der Großvater hatte zwar versprochen gehabt, ihm Haus und Geschäft zu verschreiben, aber Adolf war viel zu anständig gewesen, ihn jemals an diese Verschreibung zu mahnen.

»Also dann gebb merr des Buch!«

Adolf Borges wurde kreidebleich. Nun half nichts mehr, jetzt galt es
Rede stehen.

»Kättche, des is … des is so e Sach!« stammelte er und zitterte am ganzen Körper. »Des Buch … des haww ich nämlich … des haww ich nämlich net mehr.«

»Wa—as?!«

»Des Buch, des haww ich nämlich … 'm Großvadder gewwe … weil er doch
Schulde gehabbt hat … unn da …«

Die Worte blieben ihm im Hals stecken. Er starrte mit großen, ängstlichen Augen sein Weib an.

Katharina stand einen Augenblick mit offenem Mund da. Dann brach sie los:

»Du Lump! Du Schuft! Dadafor haww ich mich abgerackert wie e Dier!
Dadafor haww ich jeden Fennich zusammegekratzt unn merr nix, nix, nix
gegönnt! Du Schwein, Du! Kinner in die Welt setze unn net sorje dafor!
Des baßt Derr! Aas!«

»Awwer Kättche … 's is doch Dei Vadder … ich konnt doch den ahle
Mann unmeeglich sitze lasse …«