»Gu'n Nachmiddag!« empfing ihn der alte Bindegerst freundlich. »Neun Mark dhät des Zimmerche koste! Mit Kaffee zeh' fuffzig! Es is e ruhig Zimmerche! Nor dhun als bei Nacht die Katze so kreische! No, da misse Se halt mit'm Bandoffel danach schmeiße! Des könne se net verdrage! — Was hawwe Se dann for en Beruf?«

»Ausläufer bei Feldmann & Schröder in der Schloßstraß!«

»E foi Haus!« bekräftigte Vater Bindegerst. »E erstklassig Firma! Ich bin aach schonn emal bei're ereigefalle mit eme Aaazug! Wie lang sin Se dann schonn bei dene Leut?«

»Zweiunzwanzig Jahr!« seufzte Adolf.

»Des is e Embfehlung!« schmunzelte Bindegerst. »Des is e Embfehlung, wann's e Aagestellter so lang mit'm Brinzibal aushält! — Sin Sie eigentlich e Offebächer odder e Frankforder?«

»E Frankforder wär' ich!«

»Ich aach! Unn da sin Se nach Offebach ausgewannert?«

»Ja, ich bin ausgewannert. Amerika war merr zu weit, da bin ich nach
Offebach.«

»Ich aach. No, steihe merr emal enuff in des Zimmerche! Se misse Ihne am
Stiegegelänner festhalte, die Trepp is e bissi wackelig!«

Adolf sah sich das Zimmer an und behielt es. Er war ja so bescheiden in seinen Ansprüchen, die Gabe des Widerspruchs war ihm versagt, und wenn der letzte Teil der Treppe sogar #völlig# gefehlt hätte, und Herr Bindegerst hätte gesagt: »Se misse, um in Ihr Zimmerche zu komme, jedesmal en Rieseaufschwung mache!«, er hätte auch in diesem Falle nicht die Energie gefunden, nein zu sagen.