Adolf aß weiter. Aber als nach einer Viertelstunde Bindegerst noch immer nicht erschien, stand er auf. »Ich wer' en hole!«

Er tastete die Treppe hinunter, auf der aus Sparsamkeit kein Licht brannte.

Das Geräusch des Holzsägens drang an sein Ohr.

Er schmunzelte. Was mochte der Alte zu so später Stunde noch für ein Kunstwerk zusammenzimmern? Welche Arbeit nahm ihn so gefangen, daß er sogar das wiederholte Zeichen zum Essen überhört hätte?

Aber plötzlich lief es Adolf eiskalt über den Rücken. Das war kein
Holzsägen … das war ein langgezogenes Röcheln…

Er sprang atemlos die Stiege hinab, riß die Türe zur Werkstatt auf.

Da lag der alte Bindegerst mit geschlossenen Augen neben der Drechslerbank am Boden. Die Hände griffen mit gekrümmten Fingern nach dem Hinterkopf, aus dem das Blut sickerte, und mit dem Schnaps der zerbrochenen Flasche eine schmierige Lache bildete.

»Vadder, was is Derr?«

Adolf kniete neben ihm nieder, versuchte den Ächzenden aufzurichten.

»Vadder«, wimmerte er. »Vadder, so redd doch 'n Ton!«