Nun standen sie bei mir.
Die Frau — es war eine Krankenschwester — schob ihren Arm unter meinen Rücken, um sanft meinen Oberkörper aufzurichten.
Wütend biß ich nach ihr.
»Artig sein!« sagte der eine Arzt mahnend zu mir. »Wir tun dir nicht weh!«
»Bist du ein Engländer?« forschte ich.
»Nein, ein Deutscher. Aber hier gibt es keine Völkerunterschiede mehr, sondern nur noch Kranke, denen wir helfen wollen. Du siehst hier auf den Bahren Freund und Feind, Weiße und Farbige —«
»Du lügst!« schrie ich — aber ich dämpfte sogleich meine Stimme, denn die Anstrengung des Schreiens zerriß mir die Brust. »Du lügst!« wiederholte ich jämmerlich, »ihr wollt mich töten! Feige Bestien!«
Der Arzt sprach mit seinem Berufsgenossen einige Sätze in deutscher Sprache. Wahrscheinlich überlegten sie, ob sie Gewalt anwenden sollten.
Schließlich gingen sie mit der Schwester zum nächsten Kranken, ohne mich angerührt zu haben.
Ich lag, dumpf vor mich hinstarrend, und wenn sie nicht meine Arme fest in den Verband mit eingewickelt gehabt hätten, hätte ich mir die Tücher abgerissen. Lieber verbluten, als mich zu Tode foltern zu lassen.