Eine Weile später kehrte die Schwester an meine Bahre zurück, einen dampfenden Teller in den Händen tragend.
»Jetzt wollen sie dich zwingen, verbotenes Fleisch zu essen!!« durchzuckte es mich, und ich biß die Zähne zusammen.
Mochten sie mir sie mit Eisenzangen auseinanderreißen, wenn sie konnten!
Aber — o wundersame Überraschung — der Teller war angefüllt mit gekochtem Reis. Und die Schwester beugte sich zu mir nieder und gab mir mit dem Löffel zu essen, wie eine Mutter ihr Kindchen füttert. Und jeden Löffel des heißen Reises blies sie zuvor.
Ich verschlang heißhungrig die willkommene Nahrung.
Die Schwester lächelte und frug auf englisch: »Siehst du, daß wir es gut mit dir meinen?«
Ich musterte sie mißtrauisch und gab ihr keine Antwort.
»Willst du nicht deinen Verband erneuern lassen? Es wird deine Schmerzen lindern!« frug sie weiter. Ihre ruhige Stimme tat mir wohl. Aber wer weiß, vielleicht wollte sie mich nur in Sicherheit lullen.
»Nein!« erwiderte ich rauh. »Ich will keine Wohltaten von euch deutschen Barbaren!«
Bei dem Worte »deutsche Barbaren« trat eine Träne in ihre Augen. Doch sie erhob keinen Vorwurf, geduldig wischte sie mit einem Tuch die Speisereste von meinem Mund und wandte sich anderen Kranken zu.