In meiner fiebernden Brust stritten sich die Gefühle. Ich sagte mir: Du darfst den Deutschen nicht trauen, sie sind deine Feinde, und du hast so viel Schändliches von ihren Sitten gehört, daß du sie verabscheuen müßtest, auch wenn nur die Hälfte davon wahr wäre. Gleichzeitig empfand ich, daß sich diese Krankenschwester nicht verstellt hatte und daß die Güte, die aus ihrer Stimme leuchtete, ein Abglanz ihrer Herzensgüte war.
Weshalb hatten mir die Deutschen Reis als Labe gereicht, da es doch hieß, sie spotten unserer Speisegesetze?
War es Absicht, war es Zufall?
Ich beschloß, auf der Hut zu sein und doppelt streng zu beobachten.
Als die Nacht herannahte, machten die Ärzte abermals die Runde. Und wieder forderte mich der eine in englischer Sprache auf, meinen Verband erneuern zu lassen. Aber ich ließ mich nicht von ihnen anfassen.
Die Krankenschwester frug mich, ob ich schlafen könne?
Obwohl ich fühlte, daß der Gott des Schlafes mich vergessen werde, bejahte ich doch diese Frage. Denn ich wußte: nun mußte bald die Stunde gekommen sein, in der sich die Deutsche in Frösche verwandelten.
Als sich die Schwester mit einem guten Wunsche entfernt hatte, faßte ich den kranken Deutschen, der mir zur Rechten lag, scharf ins Auge.
O, ich wollte gut aufpassen! Es sollte mir nicht entgehen, wie er zum Frosch zusammenschrumpfte!
Immer dunkler ward es, immer kälter, es mußte schon um die elfte Nachtstunde sein — und der Deutsche hatte noch immer Menschengestalt.