»Dazu würdest du auch gar keine Gelegenheit haben! Denn es kann selbstverständlich keine Rede davon sein, daß du ihn wieder besuchst!«

»Aber erlaube, das ist denn doch —«

»Bitte, ich bin der Arzt — da gibt es keine Widerrede!«

Wir trennten uns verbittert.

Das war ja eine nette Eröffnung, die mir Dr. Heßberg gemacht hatte. Also ich sollte die Fortsetzung von Mister Galgenstricks Erlebnissen nicht mehr erfahren. Das schmerzte mich tief. Nicht etwa weil bei mir plumpe Neugier nach Stillung gierte, sondern ich hatte ein warmes, rein menschliches Interesse an dem armen Teufel gewonnen, und mir war nun zumute, als sollte ich einen freudig gewonnenen Schützling für immer aus den Augen verlieren.

Ich schloß die Blätter, auf denen ich seine Erlebnisse aufgezeichnet hatte, in das unterste Fach meines Schreibtisches — in das Fach, in dem meine unvollendeten, endgültig aufgegebenen Arbeiten ruhen, die ich scherzhaft meinen »Nachlaß zehnter Band« zu nennen pflege.

Acht Tage später — ich hatte mich halbwegs beruhigt — klingelte mich Dr. Heßberg telephonisch an.

»Hallo??«

»Jawohl! Schrei nicht so! Hier Heßberg.«

»Wie geht's Mister Galgenstrick?«