Und dabei streckte er mir seine gespitzten Lippen entgegen. Weil ich aber den Kopf zurückzog, verlor er das Gleichgewicht, stolperte und fiel zu Boden.

»Ich bin erschossen!« schrie er. »Eine Kanone hat mich durchbohrt!«

Nur mit großer Mühe gelang es mir, ihn aufzuheben. Ich lehnte ihn an die Wand eines Hauses. Er blieb eine Minute mit geschlossenen Augen stehen, dann überkam ihn wieder die Tapferkeit.

»Wo ist ein Deutscher?« grölte er, und diesmal überschlug sich nur seine Stimme, nicht mehr er selbst.

»Es ist keiner da!« beruhigte ich ihn.

»Das ist sein Glück! — Komm, gehen wir weiter! Führe mich, braune Kanaille!«

Ich zog ihn fort.

Ich hätte ihn am liebsten allein gelassen, aber er klammerte sich so fest in meinen Arm, daß ich ihm nicht entkommen konnte.

»Ich muß dir ein Bild zeigen,« erklärte er plötzlich. »Ein Bild, was sie für Halunken sind, die Deutschen! Lehne mich an die Laterne, mein Junge!«

Als seinem Wunsche willfahrt war, kramte er in den Taschen herum und suchte das Bild. Er warf zuerst den Inhalt seiner rechten Hosentasche auf das Straßenpflaster, dann den Inhalt der linken Hosentasche. Mit einem Mal schien ihm eine Erleuchtung zu kommen, er nahm seine Mütze ab und holte aus dem Futter eine Ansichtskarte.