Er freute sich kindisch über diese Neuigkeit, und wenn ich ihn nicht festgehalten hätte, hätte auch er mit den Beinen in die Luft gestochert.

Mich aber beschlich bittere Traurigkeit ob der Nachricht. Hungersnot! Also hatten die Deutschen schon alle Hindus in ihrem Lande aufgefressen!

Und ich, statt meine Brüder zu rächen, war noch immer in Marzel.

O, wie ich diese deutschen Dämonen haßte! O, wie sehnte ich mich nach dem Augenblick, wo ich den ersten von ihnen unter meinem Messer hätte!

Nach allem, was ich gehört hatte, waren die Deutschen nichts anderes als wilde Tiere, blutgierige Dämonen, die auszurotten eine Pflicht, eine Wohltat für die Menschen sein mußte!

»Mögen alle Deutschen unter den gräßlichsten Folterqualen zugrunde gehen!« knirschte ich.

»Brav, Junge,« lallte der Tommy an meinem Arm torkelnd. »Hol' sie der Teufel und seine Großmutter!«

Er hob die rechte Hand, beschrieb damit einige Kreise in der Luft, was ihm aber nur halb gelang, weil seine Hand anders wollte als sein Kopf, und schrie heiser: »Zerschmettern werde ich sie — alle schlag' ich sie kaputt — so!!« Und wenn ich ihn nicht gehalten hätte, wäre er vor lauter Begeisterung der Länge nach hingeschlagen.

Plötzlich aber ging — wie das im heiligen Zustand öfters vorzukommen pflegt — sein Heldenmut in Rührung über, er fing an zu schluchzen, hing sich an meinen Hals und heulte:

»Braunes Vieh, du bist der einzige wahre Freund! Gib mir einen Kuß! Stinktier! — O, wär ich doch zu Hause geblieben! Was liegt mir an dem ganzen, verfluchten Krieg! ... Küsse mich, Rabenaas!«