μετεβαλλοντο τους τροπσυς.

[44] Analog von DIOGENES deutlich erkannt, ὁς ελεγε, μητε εν πολει πλουσιᾳ μητε εν οικιᾳ αρετην οικειν δυνασθαι, STOB. Flor. XCIII, 35.[45] gāmadhammo gemein, im Rāmāyaṇam und Bhāratam ebenso grāmyadharmas, ein recht zutreffender Ausdruck, wörtlich: dorfartig, d. i. (mhd) doerperlich; nämlich αγροικος, rusticus, villanus, villano, vilain: country matters, wie Hamlet (III, 2) dieselbe Sache ebenso bezeichnend sagt. Dagegen agrāmyatā »Ungemeinheit«, d. i. edle Sitte, hovischeit, kurtoisîe.[46] porī wörtlich: städtisch, πολιτικος; nämlich αστειος, urbanus, also nach heutigem Sprachgebrauche höflich, poli: auch dem bäuerisch u. s. w. widergesetzt, aber nur formal, kṛtrimam, gegenüber dem realen Begriffe, svābhāvikam, der vorangehenden Erklärung.[47] Cf. MAKARIOS, Homil. XXX § 6 i. f.: Η ὡσπερ πετεινον, επαν εν ὑψει πετασθῃ, αμεριμνον εστιν, κτλ. Ein ähnliches Gleichniss von der Seele als einer unbeschwerten Flaumfeder bei ECKHART p. 360. Vergl. noch Relations etc. de la Trappe, Paris 1702, I. p. 11: »Je suis comme une feuille, que le vent enleve de dessus la terre«; Lieder der Mönche v. 104.[48] Vergl. ATHANASIOS über ANTONIOS, Vita p. 92: Ουδεποτε γαρ εταραττετο, γαληνιωσης αυτου της ψυχης· ουδεποτε σκυθρωπος εγινετο, χαιρουσης αυτον της διανοιας. Dann CELANO (Vita II, cap. 65 & 68) über S. FRANCESCO: Tutissimum remedium contra mille inimici astutias laetitiam spiritualem sanctus iste firmabat. — Studebat proinde sanctus in iubilo cordis semper existere, servare unctionem spiritus oleumque laetitiae. Morbum accidiae pessimum summa cura vitabat. — Pro generali commonitione in quodam capitulo scribi fecit haec verba: Caveant fratres, ne se ostendant extrinsecus nubilosos et hypocritas tristes, sed ostendant se gaudentes in Domino, hilares et iucundos, et convenienter gratiosos. — Wie sein »lieber herre sant Franciscô« hat in diesem Sinne auch Meister ECKHART (p. 467) gesagt, »daz der mensche nimmer cleglich wort gesprichet... daz er nimmer mê ervrewet wird: er ist selber diu vreude.«[49] τον εσωτεραν ερημον Αντωνιου, p. 68.[50] Der siam. Text hat richtig samanupassāma. — Zum Topus kataṃ karaṇīyam, »Gewirkt das Werk«, cf. Lieder der Mönche v. 541 Anm.; und die selben Worte S. FRANCESCOS in seinen letzten Tagen: »Ego quod meum est feci.« — Die Unterscheidung, bez. Unterscheidungen, S. 119 passim, entsprechen ganz prachtvoll der ειδοποιος διαφορα, bez. den διαφοραι des ARISTOTELES; auch der platonischen επιστημη διαφορτητος. Vergl. noch p. XXIII-XXV meiner Buddhistischen Anthologie; und die letzte Anmerkung zur 64. Rede. Gegensatz: »Ein ding ân’ underscheide«, wie es bei uns schon GOTTFRIED als höchsten Begriff der Einheit giebt, Tristan v. 18358. Ueber das Anhangen, bez. die fünf Stücke des Anhangens, ibid., sagte mir einmal ROBERT L’ORANGE: »Die ‚Theologia deutsch‘ enthält das häufig wiederkehrende Wort ‚Annehmen‘, ‚Sich-einer-Sache-annehmen‘, und unter diesem Wort beschreibt der Frankfurter das buddhistische upādānam.« Ebenso spricht der Hochheimer, der große ECKEHART: »Dir ist nôt vor allen dingen, daz dû dich nihtesniht annemest« p. 22; p. 634 mit dem Gleichnisse vom Hagedorn, der nur glatt geschlichtet durch das Heu dieser kranken Welt ohne anzuhaften hindurchgezogen wird; p. 561: »waz an dir und in dir ist, ez ist allez gar siech unde verdorben.« Etc. Endlich sei noch auf MERSWINS Buch von den Neun Felsen verwiesen, wo p. 105 das ledig und unangenommen stehn erörtert ist.[51] Es ist gleich uḷārabhogakulā zu lesen; vergl. die 96. Rede, ed. Siam. p. 592. — Cf. das kulagṛham, Ṛtusaṃhāre VI, 21, zumal die kulīnatā, Harṣacarite 2 p. 168. Die Liste seltener Wörter aus dem zweitgenannten Werke, die THOMAS im Journal Roy. As. Soc. 1899 p. 485–517 zusammengestellt hat, weist denn auch manche lehrreiche Pālizismen auf, wie piṇḍapātī u. a. Letzteres Wort ist mir noch Yogaśikhopaniṣadi I, v. 124 begegnet, ed. Bomb.[52] Das bāhusaccam, bez. diṭṭhupādānam im allgemeinen, den Hang zur Vielwisserei, hat ROBERT L’ORANGE treffend erklärt als »die Gelehrtenkünstlerdichterphilosophenweiseneitelkeit, das sich zueignen jeder intellektuellen Eigenschaft, von der falschen, aber blendenden und vor der Welt glänzenden Philosophie des puthujjano bis zur Weisheit des dhammānusārī «.[53] piṇḍapātiko, der von Haus zu Hause schweigend hintritt, einen Brocken, einen Bissen abzuwarten, einzusammeln; cf. Theragāthā 849 f. — Vergl. CELANO (Vita II, cap. 17) über S. FRANCESCO: Pater sanctus utebatur eleemosynis ostiatim quaesitis multo libentius quam oblatis; verecundiam mendicandi inimicam saluti dicebat, verecundiam in mendicando eam, quae pedem non retrahit, sanctam esse confirmans.[54] Cf. die 65. Rede, Anfang. — Ησθιεν τε ἁπαξ της ἡμερας: ANTONII Eremitae Vita p. 13.[55] »Sit vobis, fratres, non cibus sed caritas in exemplum«, hat S. FRANCESCO gesagt und es, wie oben, den Brüdern oft wiederholt: »De omni eo quod peccator potest, nemo sibi debet iniquo applausu blandiri. Peccator ieiunare potest, orare, plangere, carnemque propriam macerare; hoc solum non potest, Domino scilicet suo esse fidelis.« BONAVENTURA cap. 5–6; CELANO II, 74. Gleichwohl aber hat auch S. FRANCESCO als guter Mensch die strenge Observanz geübt: cum quandoque corpusculum suum somni beneficio recrearet, sedens saepius nec aliter se deponens dormiebat, pro cervicali ligno vel lapide utens. CELANO I, 19.[56] Zum Unbestand cf. das Unzulänglich der 66. Rede, in fine; dann auch die 28., die, nebenbei gesagt, in der recht buddhistischen Einleitung zum 3. Buche der Yājñavalkyasmṛti gut monographiert ist: gantrī vasumatī nāśam udadhir daivatāni cādi. — Es ist mit dem siam. Texte agammayatā zu lesen; die Variante atammayatā ‚Unmittelbarkeit‘ (vergl. die 137. Rede gegen Ende) passt hier nicht, wäre sīlasmiṃ, wie tammayo in der 47., sīlamayo in der 78. Rede. Aehnlich Tejabindūpaniṣat v. 4: agamyagamyakartā: a 0, yadanyair agamyaṃ sthalaṃ tad api prayatnena gamyaṃ karoti yaḥ saḥ. Desgl. MERSWIN, bei den Neun Felsen. — Der Spruch = Suttanipāto 588, 757 a b. Die ariyāvāsāgammayatā mag nach dem Ende der 53. Rede, p. 358, vijjāsampanne gelten: die vorangehende paṭipadā aber caraṇasampanne; beide zusammen also vijjācaraṇasampanne.[57] Cf. das Gleichniss von den reflektierten Sonnenstrahlen, Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 218.[58] Der letzte Absatz ͠= Bṛhadāraṇyakopaniṣat II, 4, letzter Absatz.

Das Gesetz der Wandelbarkeit, von dem diese Rede handelt, arbeitet eigentlich schon mit den variablen Infinitesimalen, wie sie den Indern von alters her geläufig waren (cf. kuṭṭakādi ); das selbe Gesetz wird in der 137sten, bei Darstellung der sechsunddreißig Fesselpfade, seinem Inhalte nach genau gekennzeichnet. Es ist, beiläufig bemerkt, auch von EPICHARMOS richtig erkannt worden, Fragm. philos. Graec. ed. MULLACH vol. I. p. 142:

εν μεταλλαγᾳ δε παντες εντι παντα τον χρονον·

ὁ δε μεταλλασσει κατα φυτιν κωυποκ’ εν τωυτῳ μενει.

Desgleichen von SENECA in seinem durchaus indischen 36. Briefe: omnia quae videntur perire mutari.

[59] Mit antamaso mālāguṇaparikkhittā pi, bis herab zu der blumengeschmückten Tänzerin, vergl. man die Parallele antamaso tiracchānagatāya[*] pi, bis herab zur thierischen Liebe, nämlich mit einer Dirne — nicht etwa „mit einem Thier“, wie noch OLDENBERG hat, Buddha, 3. Aufl. S. 401, nach SPIEGEL, Kammavākyam p. 9, etc. Diese Berichtigung stammt von ROBERT L’ORANGE.[*] tiracchānagatā = gemeine Person, cf.: tiracchānakatthā = gemeines Gespräch.[60] Vergl. Yājñavalkyadharmaśāstre II, 77: na dadāti ca yaḥ sākṣyaṃ jānannapi etc.[61] Κρατης λεγεται ὁ Θηβαιος τοις στασιαζουσιν οικοις επιφοιτων λογοις ειρηνης διακρινειν τας εριδας.[62] Ein solches Betragen wie hier dargestellt, und wie es Asoko vom ersten bis zum letzten seiner Edikte praktisch verherrlicht, hat PLATON als Orphisches Leben beschrieben; wozu ERASMUS in den Adagia s. v. sehr schön bemerkt: »Orphicam vitam PLATO libro de legibus sexto [ p. 782 ] dixit vitam innoxiam, et a luxu sanguinolentisque dapibus puram. — Videtur ORPHEUS hoc connatus apud Thraces, quod PYTHAGORAS tentavit apud Ionios, NUMA apud Romanos.« Unter den Thrakern sind vornehmlich die asketischen Κτισται zu verstehn, von denen POSEIDINIOS, bei STRABO p. 296, ausführlich berichtet und sie δικαιοτατους ανθρωπους nennt.[**] In diesem Zusammenhange darf hier noch an die trefflichen beiden Reden PLUTARCHS über die Sarkophagie erinnert und endlich auch der drei Merkmale gedacht werden, die MANES, der Brāhmane und Jünger des Buddas, als welchen ihn SUIDAS bezeichnet, dem Christenthum viel zu edel und unkirchlich zugrunde legen mochte.[**] Das Lob jener rechtschaffenen Menschen ist schon in der Ilias XIII Anf. gepriesen, bei STRABO nur wiederholt.[63] atthi yiṭṭham = yaṣṭavyam iti nirṇayas, 60. Kap. S̀āntiparvaṇi.[64] Es ist richtig, wie vol. I. p. 390, passim, 0 bajjham zu lesen. Zum Begriffe des pariniṭṭhitabhāvo cf. den pariniṣṭhitakāryas im S̀āntiparva, loc. cit. v. 20. — Das heilsame Bemühn ähnlich bei PINDAR, letzte Pythionike i. f.: ει δε τις ολβος εν ανθρωποισιν, ανευ καματου | ου φαινεται.[65] Ausführung und Wiederholung gehört in die Sphäre des späteren Vaipulyam.[66] Mit dem Inhalte dieser Rede ist die siebzehnte des ersten Bandes zu vergleichen; auch das Dvayatānupassanāsuttam des Suttanipāto.

Der Topus von der kurzen und von der ausgeführten Darstellung, saṉkhittena und vitthārena, wie oben und oft gebraucht, ist auch bei Asoko auf seinem letzten Felsenedikte als saṃkhitena und vistat[e]na wiederzufinden.

[67] Aehnlich bei SENECA, epist. LXXV. i. f., des Weisen tranquillitas animi et, expulsis erroribus, absoluta libertas; non homines timere, non deos; in se ipsum habere maximam potestatem: inaestimabile bonum est suum fieri. Kürzer und noch genauer von DEMOKRITOS als σοφιη αθαμβος αξιη παντων gekennzeichnet, τιμιωτατη εουσα. — Vergl. Anm. 132; Lieder der Mönche v. 187.[68] Vergl. die 9. Rede, S. 86 der Uebersetzung.[69] Der Text der P. T. S. ist hier, wie passim, unbrauchbar.[70] nāmarūpam, ein dvaṃdvasamāsas, dessen letztes, nach indischem Usus wichtigere Glied voran zu übersetzen ist. — Die Erläuterungen der Kommentatoren, wie Buddhaghoso im Visuddhimaggo, haben natürlich wenig Werth; vielmehr die schönen nāmarūpam -Parallelen und -Gleichnisse der alten Upanischaden, die man nach JACOBS Upaniṣadvākyakośas aufsuchen mag: wo eben wie bei uns »Bild und Begriff« überall zutrifft. Cf. auch Anmerkung 90 und Längere Sammlung Bd. II, S. 99.[71] Vergl. Mahābhāratam XIV, 44, 20: sarvaṃ kṛtaṃ vināśāntam, und Yogasūtram II, 15: pariṇāmatāpasaṃskāraduḥkhair, guṇavṛttivirodhācca, sarvaṃ duḥkham eva vivekinaḥ.[72] »alle crêatûre tragent inne bitterkeit«: ECKHART p. 300.[73] »each thing’s a thief« heißt es, positiv, im Timon IV, 3, gegen Ende.[74] der Erderoberer, cakkavattī, schon Maitryupaniṣat I, 4 genannt und als sārvabhaumas erklärt; in späteren Zeiten dafür pṛthivīvallabhas allgemeines virudam. Cf. FLEET in der Epigraphia Indica vol. VI, p. 168, Anm. 6, zu welcher man noch Vikramorvaśīyam IV, v. 19 beifügen mag, wo sich der König zu erkennen giebt als

svayaṃ vṛtaḥ patir dvābhyām,