iglich in einer tuben wyß geflogen
und brachten, das man han solt.
[118] Im gleichen Sinne ist die Beata Maria Virgo in der Lauretanischen Litanei als »Mater purissima, Mater intemerata, Mater admirabilis, Vas spirituale, Domus aurea« gepriesen. Letzteres Bild wird zwar auf Lib. Reg. I [III], 6, 22 gedeutet, gehört aber dem Mahāmāyāsupinam des Avidūrenidānam zu, wo es dem kanakavimānam entspricht, yam pavisitvā... kucchim paviṭṭhasadiso ahosi bodhisatto: Jātakam vol. I, p. 50. — Die Vermittelung scheint über Mesopotamien erfolgt zu sein. »Omnino nulla fere ecclesia tam constanter et unanimiter anhamartesiam S. Mariae semper docuit, quam syriaca«, sagt BICKELL in seiner Ausgabe der Nisibena p. 29 und fügt p. 30 den zahlreichen ephraemitischen und anderen Sentenzen noch die Stimme eines folgenden Patriarchen hinzu, die gar deutlich dem Lalitavistaras nachklingt: »Si fuisset in anima Mariae ulla macula aut defectus, aliam utique, eamque immaculatam matrem elegisset sibi Dominus.«[119] Diese mehr oder minder symbolische Taufe kommt bekanntlich schon in den Gṛhyasūtren vor, e. g. Gobhilas II, 8, 1, saśiraskaṃ kumāram āplāvya; sie reicht übrigens in praehistorische Zeiten hinauf. — Vergl. Iacobi Sarugensis, bei ZINGERLE S. 22 f., JESU Jordantaufe, »auch die Abgründe erbebten bei deinem Herabkommen, und die Wolken ergossen Wasser.« (JESU Epiphanie hat neuerdings JACOBY ausführlich besprochen. Ein bisher unbeachteter apokrypher Bericht über die Taufe Jesu, Straßburg 1902, namentlich S. 43 f.)
Ein ungemein schönes indo-baktrisches Hochrelief dieser Szene, ächt künstlerisch komponiert und ausgeführt, im Swāt-Gebiete gefunden, ist bei GRÜNWEDEL-BURGESS, Buddhist Art in India, London 1901, als No. 92 wiedergegeben. Noch andere bedeutende Momente, ähnlich ausgezeichnet behandelt, ib. No. 40, 65, 7. — Zur Sache: Lieder der Mönche S. 327 Anm. 2.
[120] Symbol der Königsmacht: lokajit, yasya chattraṃ sitam, wie es z. B. Ṛtusaṃhāram v. ult. heißt. Im Bhāgavatapurāṇam hält Hanumān diesen Schirm zuhäupten des siegreichen Rāmas IX. 10. 42., u. s. w., namentlich auf Inschriften alter wie neuer Zeit stereotyp. — Lies mit dem siam. Texte anuhīramāne, von harati; vorher sattapadavītihārena. Das sāptapadam weist vielleicht schon auf eine symbolische Darstellung der saptarṣayas (Sieben Weisen, Siebengestirn, Septemtrio maior) zurück; vergl. auch das traivikramam. — Der weiße Schirm, dem athenischen σκιρον parallel, ist im Christenthum zur weißen Taube geworden; wohl missverständlich, weil man das ursprüngliche Symbol nicht mehr zu deuten vermochte, śvetacchattram, den weißen Schirm, mit śvetacchadas, dem weißen Fittich, verwechselte.[121] Quasi eine Illustration dieser Art ist es wohl, wenn man noch heute auf Zeilon, z. B. im Vidyodayapariveṇa, auf dem blumenbekränzten Altar eine krystallene Buddho-Statuette mit einem Lämpchen dahinter ein mildes und zugleich strahlendes Licht ringsumher verbreiten sieht.[122] Der urasketenthümliche Abschluss dieser Rede, so außerordentlich in seinem tiefen Humor, möchte erstaunen lassen, wären wir eben nicht schon längst gewohnt der wunderbarsten Dinge, da gerade an unseren Texten des AUGUSTINUS feine Bemerkung, Civ. XXI. 4., sich oft bestätigt: »Quarum vero rerum ante nostros oculos cotidiana documenta versantur, non genere minus mirabili, sed ipsa assiduitate vilescunt, ita ut ex ipsa India, quae remota est pars orbis a nobis, desierimus nonnulla mirari, quae ad nos potuerunt miranda perduci.«[123] Zu den Nackten Büßern cf. der 71. Rede letzte Anmerkung. Schon AUGUSTINUS hat diese Asketen — Ājīvikās, keine Digambarajainās — richtig beschrieben, Civ. XIV. 17. i. f.: »Per opacas quoque Indiae solitudines, cum quidam nudi philosophentur, unde gymnosophistae nominantur, adhibent tamen genitalibus tegmina, quibus per cetera membrorum carent.«[124] Ebenso vom hundertjährigen APOLLONIOS VON TYANA berichtet, bei PHILOSTRAT Lib. I. cap. X. i. f., De mira eius castitate. Auch MAKARIOS, Homil. XV § 51, hat erklärt: Εισι δε τινες κρατουμενοι ὑπο θειας δυναμεως, ὁτι εαν ιδωσι τινα μετα γυμαικος νεον, οὑτοι ει και διαλογιζνται τκνα, ὁμως ου μιαινεται ὁ νους αυτων, ουτε δπιτελει ενον ἁμαρτιαν, während DOSITHEOS der Kilikier, das Haupt der Enkratiten, Apotaktiten und Eremiten, in einem lapidaren Satze, von MAKARIOS MG. ed. BLONDEL p. 151 überliefert, eigentlich und ehrlich Zweck und Ziel schon angegeben hatte: Δια μεν κοινωνιας ὁ κοσμος την αρχην εσχε· δια δε της εγκρατειας το τελος θελει θαβειν. — Vergl. noch ECKHART, p. 460: »Ez ist ein vrâge under den meistern, ob der mensche dâ zuo müge komen, daz er niht sünden müge in diesem lîbe? Die besten meister sprechent: jâ. Daz sult ir alsô verstân. Die liute hânt sich alsô durchüebet innen und ûzen, daz sie sich zuo keime gebresten geneigen mügent.«[125] Nec vero saccum HILARION, quo semel amictus est, umquam aut lavit aut mutavit, cum supervacaneum esse diceret, munditias in cilicio quaerere: Breviar. Rom. d. XXI Oct. Pariter iam eiusdem magister, Actis Sanctorum Ian. t. II, 116, 48 ac 119, 66.[126] Vergl. Nāradaparivrājakopaniṣat IV, 3: Na sambhāṣet striyaṃ kāṃcit | pūrvadṛṣṭāṃ ca na smaret | kathāṃ ca varjayet tāsāṃ | na paśyellikhitām api. — BONAVENTURA, Vita S. Francisci cap. V.: Mulierum familiaritates, colloquia et aspectus, quae multis occasio sunt ruinae, sollicitius evitari iubebat, asserens, per huiusmodi debilem frangi et fortem saepe spiritum infirmari.[127] Cf. SOZOMENI lib. I cap. 13, De S. ANTONIO in AASS l. c. 119, 64 i. f.: Litteras neque novit neque magni aestimavit; sed puram mentem, utpote litteris antiquiorem et earum inventricem, laudavit plurimum. — Vergl. noch die Ablehnung und endlich nur durch das stille Beispiel gewährte Aufnahme, die PAULUS SIMPLICISSIMUS als beharrlicher Antonianer schweigsam nachfolgend gefunden, l. c. 147–148.[128] zu gaddu Gurgel, Kehle cf. Anmerk. 7; von √gard = γαργαρειν. Gaddūhanamattam pi dann gelegentlich schlechthin ein Ausdruck für »auch noch so gering«. An dadrughnādi, TRENCKNER, Pāli Miscellany p. 59, ist nicht zu denken.[129] Ein Leben wie Bakkulo hat der aegyptische PAULOS, »Eremitarum auctor et magister«, wie ihn die christliche Kirche zu rühmen beliebt, bis zu seinem Tode, im Alter von hundertdreizehn Jahren, geführt: und gleichwie Bakkulo dem Kassapo hat er es, am letzten Tage vom neunzigjährigen ANTONIOS aufgesucht, diesem noch berichtet. Der heitere Abschied unseres Bakkulo hat gleichsam eine Gegenstrophe im säligen Scheidegruß der aegyptischen MARIA, nach vierzigjähriger Buße, der sie treu in Wüsten blieb, von ihr im Sande niedergeschrieben, wie GOETHE sie nach den Acta Sanctorum (Apr. I, 82, 38 ) gegen Ende des Faust bekennen lässt; während ein anderer achtzigjähriger Meister, MICHELANGELO in einem Briefe an VASARI uns das alte, ächt solonische Motiv dazu insofern leichter verstehn lehrt, wenn er die festliche Feier einer Geburt nicht eher und nicht anders begangen haben will als »con quella allegrezza che s’à a serbare alla morte di chi è ben vissuto.«
Die unbeugsame Stärke bakkulischer und verwandter Geister mahnt allenthalben an die Gestalten der älteren Thebais: so deutlich, dass der letzteren historische Ahnen weiter als in Jerusalem aufgesucht werden möchten. Eine in den Acta Sanctorum vom 17. Jan. De S. ANTONIO Magno fol. 113 § 7 i. f. beigebrachte Bemerkung des IOANNES DAMASCENUS, der Ruhm der aegyptischen Eremiten sei bis an die Gränzen der Erde gedrungen, »ipsisque didita Indis esset, eos quoque ad eiusdem (sc. monasticae) vitae studium excitavit«, erheitert zunächst durch die ungeahnte Heuristik des biederen Kirchenvaters, dient aber sodann uns drüben stehenden als fein richtig weisender chrysorrhoischer Index. Namentlich nun sind es die mancherlei makarischen Denkmale, die immer wieder ihre indische Abstammung anzeigen. Die Ausgabe von PRITIUS bietet eine Hülle und Fülle der schönsten Beispiele. Hier folge als kürzeres Musterstück ein parabolischer Dialog, den man bei FLOSS p. 63 findet. »Frater convenit abbatem Macarium Aegyptium, cui: Abba, inquit, effare mihi verbum, quonam modo salvus ero? Ait senex: Vade in sepulchrum et maledictis mortuos impete. Abiens igitur frater eos conviciis et lapidibus appetiit, reversusque annuntiavit seni. Qui ab eo quaerit: Nihilne tibi responderunt? Frater: Nihil. Tum senex: Iterum, inquit, proficiscere cras, laudibus eos effer. Pergens itaque frater collaudavit eos vocans: Apostoli, sancti, iusti. Tum adiit senem dixitque: Laudavi. Qui: Nihilne, inquit, tibi responderunt? Frater: Nihil. Tunc senex infit: Nosti, quantis eos contumeliis affeceris, nec quidquam responderunt tibi, et quantis eosdem laudibus ornaveris, nihilque ad te prolocuti sunt: ita etiam tu, si salutem consequi desideras, mortuus fias, nec iniurias hominum nec laudes eorum cogites instar mortuorum; sic enim poteris salvus fieri.« Diese Thebais konnte nun freilich keine längere Blüthe erleben, und es folgte, wie eben überall, rascher Verfall, Auflösung, Umwandlung, abusus optimi als pessimus, auf den Helden und Heros der Zelot und Hesychiast, der Monk of Misrule, Abbot of Unreason und eine »affenheit« anstelle der »wîsheit«; oder um zur makarischen Parabel den speziellen Beleg zu liefern, die jesuitische Lehre vom Gehorsam perinde ac si cadaver. — Hier hinken manche Pfaffen an, sagt Meister ECKHART.
Die erstaunliche Rüstigkeit unseres Bakkulo, der von keinerlei Krankheit wusste, wie oben S. 254 gesagt, ist später sprichwörtlich geworden, im Aṉguttaranikāyo I, 14, 4, 8 bestätigt, wo er der gesündeste aller Jünger geheißen wird. Sein Andenken, zwar nur mehr der Name, ist noch im Lalitavistaras I im Anf. erhalten.
[130] Der selbe Gedanke oft im MAKARIOS, e. g. Homil. XVII § 3 & XV § 41–42, XXVII § 20.[131] Aggivessano ist Aciravatos nomen patronymicum, der Zuname.
Der auf S. 259 und sonst, wie z. B. im 1. Bande S. 142, 313 etc., im 2. Bande S. 503 etc., mit unübertrefflicher Prägnanz geschilderten indischen Landschaft darf die ebenso rein anschaulich stilisierte Landschaft RUISDAELS als nahe verwandtes Kunstwerk verglichen werden.
Eine Art Auszug der großen Elephantenperipetie, oben S. 261–267, giebt Vers 320–324 des Dhammapadam. Cf. auch die anderen Elephantenparabeln, wie z. B. in der 61. u. 66., 27. u. 28. Rede. Das Muster der letzteren ist, nebenbei bemerkt, wörtlich in das Mahābhāratam aufgenommen worden, XII, 63, 25: Yathā hastipade padāni saṃlīyante sarvasattvodbhavāni, evaṃ dharmān rājadharmeṣu sarvān etc.