Und so schwiegen denn diese Pilger still. Und der Erhabene kam näher zu Sakuludāyī dem Pilger heran. Und Sakuludāyī der Pilger sprach zum Erhabenen also:

»Es komme, o Herr, der Erhabene, gegrüßt sei, o Herr, der Erhabene! Lange schon, o Herr, hat der Erhabene hoffen lassen, mich einmal hier zu besuchen. Möge sich, o Herr, der Erhabene setzen: dieser Sitz ist bereit.«

Es setzte sich der Erhabene auf den dargebotenen Sitz. Sakuludāyī aber, der Pilger, nahm einen von den niederen Stühlen zur Hand und setzte sich an die Seite. Zu Sakuludāyī dem Pilger, der da beiseite saß, wandte sich nun der Erhabene also:

»Zu welchem Gespräche, Udāyī, seid ihr jetzt hier zusammengekommen, und wobei habt ihr euch eben unterbrochen?«

»Sei es, o Herr, um jenes Gespräch, warum wir hier beisammen sind: schwerlich, o Herr, wird dem Erhabenen etwas entgehn, wenn es auch später zur Sprache kommt. {352} Wann ich, o Herr, fern von dieser Gesellschaft weile, dann ist sie zu Gesprächen über allerhand gemeine Dinge versammelt: wann ich aber, o Herr, diese Gesellschaft aufgesucht habe, dann richten sich ihre Blicke zu mir empor: ›Was uns der Asket Udāyī wird lehren, dem wollen wir lauschen.‹ Hat nun, o Herr, der Erhabene diese Gesellschaft aufgesucht, dann richten sich ebenso meine Blicke wie die der Uebrigen zum Erhabenen empor: ›Was uns der Erhabene wird lehren, dem wollen wir lauschen.‹«

»Wohlan denn, Udāyī, da soll eben von dir die Ansprache ausgehn, wie sie von mir ausgehn mag.«

»Die vergangenen Tage, o Herr, vor einiger Zeit, hab’ ich ihm, der alles weiß, alles versteht, unbeschränkte Wissensklarheit bekennt — ‚Ob ich geh’ oder stehe, schlaf’ oder wache, jederzeit hab’ ich die gesammte Wissensklarheit gegenwärtig‘ — von Anfang an Fragen gestellt: er aber ist von einem auf ein anderes übergegangen, vom Gegenstande abgeschweift, hat Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag gelegt. Da hab’ ich, o Herr, eben an den Erhabenen mit Freuden gedacht: ›Ja der Erhabene, ja der Willkommene, der wird gewiss dieser Dinge kundig sein!‹«

»Wer ist es denn, Udāyī, der alles weiß, alles versteht, unbeschränkte Wissensklarheit bekennt — ‚Ob ich geh’ oder stehe, schlaf’ oder wache, jederzeit hab’ ich die gesammte Wissensklarheit gegenwärtig‘ — der von dir, von Anfang an befragt, von einem auf ein anderes übergegangen, vom Gegenstande abgeschweift ist, Verdrossenheit, Hass und Misstrauen an den Tag gelegt hat?«

»{353} Nāthaputto, Herr, der Freie Bruder.«

»Wer sich, Udāyī, mancher verschiedenen früheren Daseinsform erinnerte, als wie an ein Leben, dann an zwei Leben, und so weiter; wer sich also an manche verschiedene frühere Daseinsform, mit je den eigenthümlichen Merkmalen, mit je den eigenartigen Beziehungen, erinnern kann: mag der von Anfang an mir Fragen stellen, oder mag er von Anfang an mich fragen lassen, so wird er, wie er sich von Anfang an die Fragen lösen lässt, sich zufrieden stellen, oder wird, wie er mich von Anfang an die Fragen lösen lässt, sich zufrieden geben. Wer[122] da, Udāyī, mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, die Wesen dahinschwinden und wiedererscheinen sähe, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, erkennen kann wie die Wesen je nach den Thaten wiederkehren: mag der vom Ende an mir Fragen stellen, oder mag er vom Ende an mich fragen lassen, so wird er, wie er sich vom Ende an die Fragen lösen lässt, sich zufrieden stellen, oder wird, wie er mich vom Ende an die Fragen lösen lässt, sich zufrieden geben. Aber, Udāyī, sei es um den Anfang, sei es um das Ende: die Satzung werd’ ich dir aufweisen. Wenn Jenes ist, wird Dieses, durch die Entstehung von Jenem entsteht Dieses; wenn Jenes nicht ist, wird Dieses nicht, durch die Auflösung von Jenem wird Dieses aufgelöst.[123] «