»Mancherlei sag’ ich, Brāhmane, darüber aus, nicht sag’ ich darüber einerlei aus. Ob einer, Brāhmane, im Hause bleibt, oder ob einer vom Hause fortzieht: lebt er falsch, so lob’ ich es nicht. Denn wer im Hause bleibt, Brāhmane, und wer vom Hause fortzieht: lebt er falsch, so kann er um seines falschen Lebens willen nicht Aechtes erwirken, heilsames Recht. Ob einer, Brāhmane, im Hause bleibt, oder ob einer vom Hause fortzieht: lebt er recht, so lob’ ich es. Denn wer im Hause bleibt, Brāhmane, und wer vom Hause fortzieht: lebt er recht, so kann er um seines rechten Lebens willen Aechtes erwirken, heilsames Recht.«

»Die Priester, o Gotamo, reden also: ›Die viel gewichtige, viel geschäftige, viel sorghafte, viel mühsame Thätigkeit des Hauslebens trägt viel ein; die wenig gewichtige, wenig geschäftige, wenig sorghafte, wenig mühsame Thätigkeit des Pilgerlebens trägt wenig ein.‹[267] Was hält nun Herr Gotamo davon?«

»Auch darüber sag’ ich, Brāhmane, mancherlei aus, nicht sag’ ich darüber einerlei aus. Es giebt, Brāhmane, eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam misslingend wenig einträgt. Es giebt, Brāhmane, eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam gelingend viel einträgt. Es giebt, Brāhmane, eine Thätigkeit, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam misslingend wenig einträgt. {629} Es giebt, Brāhmane, eine Thätigkeit, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam gelingend viel einträgt. Was ist das aber, Brāhmane, für eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam misslingend wenig einträgt? Der Ackerbau ist, Brāhmane, eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam misslingend wenig einträgt. Und was ist es, Brāhmane, für eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam gelingend viel einträgt? Wiederum ist der Ackerbau, Brāhmane, eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam gelingend viel einträgt. Was ist das aber, Brāhmane, für eine Thätigkeit, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam misslingend wenig einträgt? Der Handel ist, Brāhmane, eine Thätigkeit, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam misslingend wenig einträgt. Und was ist es, Brāhmane, für eine Thätigkeit die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam gelingend viel einträgt? Wiederum ist der Handel, Brāhmane, eine Thätigkeit, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam gelingend viel einträgt.

»Gleichwie nun, Brāhmane, der Ackerbau eine Thätigkeit ist, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam misslingend wenig einträgt: ebenso auch, Brāhmane, ist das Hausleben eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam misslingend wenig einträgt. Gleichwie nun, Brāhmane, wiederum der Ackerbau eine Thätigkeit ist, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam gelingend viel einträgt: {630} ebenso auch, Brāhmane, ist das Hausleben eine Thätigkeit, die viel gewichtig, viel geschäftig, viel sorghaft, viel mühsam gelingend viel einträgt. Gleichwie nun, Brāhmane, der Handel eine Thätigkeit ist, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam misslingend wenig einträgt: ebenso auch, Brāhmane, ist das Pilgerleben eine Thätigkeit, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam misslingend wenig einträgt. Gleichwie nun, Brāhmane, wiederum der Handel eine Thätigkeit ist, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam gelingend viel einträgt: ebenso auch, Brāhmane, ist das Pilgerleben eine Thätigkeit, die wenig gewichtig, wenig geschäftig, wenig sorghaft, wenig mühsam gelingend viel einträgt.«

»Die Priester, o Gotamo, geben fünf Bedingungen an, um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben.«

»Was da, Brāhmane, die Priester als fünf Bedingungen angeben, um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben: wenn es dir nicht schwer fällt magst du wohl diese fünf Bedingungen der Versammlung hier mittheilen.«

»Es fällt mir, o Gotamo, nicht schwer, wo so Ehrwürdige versammelt sind, oder ihnen Aehnliche.«

»Wohlan denn, Brāhmane, so rede.«

»Wahrhaftigkeit, o Gotamo, geben die Priester als erste Bedingung an, um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben. Buße, o Gotamo, geben die Priester als zweite Bedingung an, um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben. Keuschen Wandel, o Gotamo, geben die Priester als dritte Bedingung an, {631} um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben. Andacht, o Gotamo, geben die Priester als vierte Bedingung an, um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben. Entsagung, o Gotamo, geben die Priester als fünfte Bedingung an, um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben. Die Priester, o Gotamo, geben diese fünf Bedingungen an, um Gutes zu thun, Heilsames zu erwerben. Was hält nun Herr Gotamo davon?«

»Was glaubst du, Brāhmane: giebt es unter den Priestern auch nur einen Priester, der da gesagt hat: ›Ich selber kann den Erfolg dieser fünf Bedingungen als erfahren und verwirklicht aufweisen‹?«