[196] Anando = Wohlmuth.[197] Die zweite Hälfte dieses Buches der Könige, worin Pasenadi auftritt, nimmt, wie unser Text überhaupt, wenig Rücksicht auf die Zeitfolge der Reden. So sieht z. B. Pasenadi in der 90. Rede Ānando zum ersten Mal, der ihm zu Beginn der 88. wohlbekannt ist. Dagegen wird allerdings erst in letzterer Ajātasattu als König von Magadhā genannt, während in der 86. Rede noch dessen Vater, Seniyo Bimbisāro, den Thron innehat.[198] Vergl. Saṃyuttakanikāyo vol. I. p. 108: Kurz ist das Leben der Menschen:... wer lange lebt, lebt hundert Jahre, oder etwas darüber. — Śatapathabrāhmaṇam I, 9, 3, 19; Chāndogyopaniṣat III, 16, 7, praesertim i. a. Jaiminigṛhyasūtram 8, 1, 2 (p. 10 des Wiener Grantha-Ms): jīvāhi śaradaśśataṃ, paśyāhi śaradaśśatam (sic).
PLINIUS VII, 28: CRATES PERGAMENUS Indos qui centenos annos excedant Gymnetas appellat, non pauci Macrobios. — Auch in den koptischen Biblia sacra wird das Leben des Menschen auf hundertzwanzig Jahre bemessen: siehe AMÉLINEAU, Vie de Schnoudi, in 12º p. 238 u. 359.
[199] Cf. die 83. Rede, in init., und Asokos I. Säulenedikt, fin.[200] Lies ekamantaṃ nisinnassa kho Uttarassa māṇavassa etad ahosi. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.[201] Das »tausendspeichige Rad« ist der Abdruck, den der Fersenball bei jedem Schritte auf staubigem oder feuchtem Boden zurücklässt: als śrīpādas schon im 1. Jahrh. vor Chr. schematisch dargestellt; cf. BÜHLER im Anzeiger phil.-hist. Cl. Wiener Akad. der Wiss. vom 3. Februar 1898.[202] Den Typus dieser schlanken und doch kräftigen Asketenbeine mit hohem Unterschenkel zeigen außerordentlich schöne Buddho-Statuen aus Sārnāth im Museum zu Kalkutta, alte, ächt indische Kunstwerke. Wunderbar ähnlich hat bei uns DONATELLO seinen Johannes gebildet, in der Chiesa dei frari zu Venedig, erst von DE LORENZO erkannt. — Vergl. Eṇajaṉgho jaṉghākarikas, Daśakumāracarite II, 1: 1. fasc. p. 43; auch Valgujaṉghas, Mahābhārate XIII, 4, 152.[203] Merkmal eines Helden. So wird auch Rāmas bekanntlich ājānubāhus genannt, Rāmāyane I, 1, 12; wozu A. W. VON SCHLEGEL in seiner Uebersetzung treffend angiebt: »Brachia brevia apud Indos deformia et ignobilia habita sunt; longa contra heroïci vigoris argumentum. Non mirarer, si Persae, idem statuentes, cognomine Artaxerxis prioris, μακροχειρ, male a Graecis intellecto, simile quid significassent.«[204] Vergl. Längere Sammlung, II. Band, S. 65, Anm. 20.[205] sattussado, d. i. sat-tuṣya-das. Cf. No. 95 in initio: Opāsādaṃ sattussadam. — Dīghanikāyo vol. III. p. 166 ist kommentarielles Quidinloco.[206] rasaggasaggī von √ras, rasati śabde + gras (= grah, cf. Manus VIII, 43) + agrī.[207] cattārīsadanto so bhavaṃ Gotamo, wörtlich ‚vierzigzähnig ist Herr Gotamo‘, womit natürlich, wie auch sonst bei Zahlenreihen, nur die begonnene vierte Dekade, d. h. über dreißig, gemeint ist. Caturo dasassa heißt es im Dīghanikāyo l. c. p. 182.[208] Vergl. das avimuktam ( bhruvor ghrāṇasya ca saṃdhiṣṭhānam ), e. g. Jābālopaniṣat 2. Bei avimuktam darf auch an die seltenere Bezeichnung dhruvas als polaren Punkt zwischen den Augenbrauen, d. i. die Nasenwurzel, gedacht werden. Vergl. Suśrutasaṃhitā I, 5, 24. Deutlich und ohne jede symbolische Absicht, offenbar treu anatomisch nachgebildet, ist diesem Merkmal an der Herme des APOLLONIOS VON TYANA in Neapel zu sehn. — Hier sei noch die Vermuthung gewagt, die im P. W. 1 s. v. dhruvas 2 i) genannten Viṣṇoḥ padāni bhrūmadhye möchten die oft vorkommenden drei vertikalen Stirnfalten sein, die von der Nasenwurzel entspringen, das mātṛmaṇḍalam aber die Pupille.[209] Gegenüber diesen im Volksmunde beliebten sagenhaften Merkmalen eines großen Mannes vergl. das Gespräch des Meisters mit Sāriputto, im Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 158:
»Ein großer Mann, ein großer Mann«, sagt man, o Herr: inwiefern aber ist man, o Herr, ein großer Mann?
Hat man das Herz erlöst, Sāriputto, so ist man, sag’ ich, ein großer Mann: hat man das Herz nicht erlöst, so ist man es nicht.
Cf. ib., p. 216, wie der greise Meister sich in der Abendsonne wärmt, Ānandos Verwunderung, dass der Erhabene nun nicht mehr so stattlich erscheine wie früher, und die Antwort des Herrn:
So ist es, Ānando, dass der Jugend Altern, der Gesundheit Siechthum, dem Leben Sterben eignet, und dass nun die Hautfarbe nicht mehr so hell und rein ist, schwächlich die Glieder geworden, mit Falten überzogen sind, vornüber der Körper sich neigt, dass die Sinneswerkzeuge sich abgenutzt haben.
[210] Lies aḍḍhavam, von √ṛdh.[211] Lies mit dem siam. Texte āraddhakāyo va na iñjati.[212] Vergl. Nāradaparivrājakopaniṣat III, v. 66: yasya cakṣur na dūragaṃ, caturyugāṃ bhuvaṃ muktvā, parivrāṭ saḥ.[213] Lies mit dem siam. Texte so bhuttāvī na pattam bhūmiyaṃ nikkhipati.[214] Lies mit dem siam. Texte avijahantābhāvena.[215] Der siam. Text hat richtig addasāma antaragharam pavisantam.[216] Lies ekamantaṃ nisinnassa kho Brahmāyussa brāhmaṇassa etad ahosi. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.[217] Der berühmte Denkspruch vom Entstehn und Untergehn, S. 541, 271, 68, ist später puthujjanagatam, der allerbekannteste Gemeinplatz der indischen Litteratur: überall von Philosophen, Rhapsoden und Dichtern rezipiert, variiert und ausgestaltet; vergl. e. g. Cūlikopaniṣat v. 17, 18, Māṇḍūkyakārikā II, v. 32; Daśakumāracaritam I, 1. Kap., p. 6: Jalabudbudasamānā virājamānā saṃpattaḍillateva sahasaivodeti naśyati ca.[218] Die größte Begleitung, die in alten Texten je angegeben: in der Regel eine erheblich geringere. Gotamo weilt von Zeit zu Zeit allein zurückgezogen, z. B. zwei Wochen, auch drei Monate lang wie Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 320, ib. 325, oder ist von einer Anzahl ›edler Söhne‹ umgeben wie oben in der 68. Rede, oder wandert ›mit einer großen Schaar‹, ›mit vielen Mönchen‹, selten ›mit fünfhundert Mönchen‹, von Ort zu Ort weiter wie in der 51., 70., 91. Rede, passim. Im Dīghanikāyo, vol. III. p. 85 der siam. Ausg., heißt es in einer Sage, Metteyyo der künftige Buddho werde einst einige tausend Jünger, anekasahassam bhikkhusaṉgham, lenken, gleichwie Gotamo jetzt einige hundert, anekasatam, lenke.[219] Brāhmanischer Halbasket, der das Haar in Flechten aufgewunden trägt. — Vergl. Nāradas’ Worte, im Aitareyabrāhmaṇam VII, 13, 8, auf welche später Selo, zu Beginn des Gespräches mit Keṇiyo, anspielt.[220] Buddho. — Im Inneren von Zeilon, so in Anurāḍhapura und weiter, hat sich bis heute die Sitte erhalten, dass der Mann aus dem Volke, wenn er einen Hochstehenden mit einer Bitte angeht, als captatio benevolentiae also anhebt: »O Herr, der du einst einen Buddho schauen wirst, sei gegrüßt!«[221] Lies mit dem siam. Texte bhavanto, später bhotā samaṇena Gotamena und kathāpariyosānaṃ ca me.[222] Lies ekamantaṃ nisinnassa kho Selassa brāhmaṇassa etad ahosi. Das Interpositum ist tertiär interpoliert.[223] Die beiden ersten sapariso sind Glosse.[224] Mit dem 3. Verse, S. 548 f., vergl. Theragāthā 1252. Mālavikāgnimitre II, v. 13 d: sarvair usraiḥ samagrais tvam iva nṛpaguṇair dīpyate saptasaptiḥ. Zum Gleichniss vom Golde im 4. Vers cf. die 7. Rede in med.; auch das ähnliche Bild Therīgāthā 278. Die beiden letzteren Metaphern hat der tiefe CRISTÓBAL DE CASTILLEJO treu indisch angewandt, indem die Verdad bei ihm sagt (Riv. XXXII, 237 b):
Soy como el oro enterrado
So la tierra, como muerto,