In der Stelle app’ ekacce paralokavajjabhayadassāvine viharante wird vajja 0 nicht von √varj sondern von √vad abzuleiten sein, wie Lieder der Mönche S. 212 Anm. 1 anderweitig belegt, und die richtige Uebersetzung demnach heißen: »und manche, die das Anpreisen einer anderen Welt für arg erachten.« Die Möglichkeit der Ableitung von √varj ist zwar nicht ausgeschlossen, scheint aber doch, nipuṇaṃ nirūpya, dem Geiste der Stelle kaum zu entsprechen. Die Lotusrosen des Gleichnisses, die emporragen, unbenetzt von Wasser, deuten eben auf solche, die noch in dieser Welt, diṭṭhe va dhamme, Vollendung erreichen. Vergl. hierzu Lieder der Mönche S. 159.
[176] Cf. Bd. 1, Anm. 21. — Zu Isipatanam vergl. Bhṛgupatanam, im Anfang von Kap. 4 des Daśakumāracaritam I, p. 22, das also doch wohl auf Bhṛgus den Seher deutet.[177] Cf. Lieder der Mönche p. 79.[178] Den ersten, im Wesentlichen schon ganz übereinstimmenden Bericht vom Leben Gotamos verdanken wir dem kühnen MARCO POLO, der es auf „Seilla“ voll Theilnahme gehört und dann — im Zeitalter DANTES — mit erstaunlicher Schlichtheit beschrieben hatte. Insbesondere erzählt er, im Texte BONIS vol. I. p. 185, von jenem Palaste mit den singenden und spielenden Mädchen, und dass der Prinz keine Freude daran finden mochte; wie er einst auf der Straße einen Todten gesehn, und wieder einen schlotternden, zahnlosen Greis; wie er tiefsinnig zum Palaste zurückgekehrt, voll Ekel an einer Welt wo man altern und sterben müsse, und gesagt habe, »che voleva cercare quello che mai non moriva, nè non invecchiava«, genau wie es in der 26. Rede, 1. Bd. S. 308, und oben S. 441 vorgetragen ist; wie er dann endlich, nach dem ergänzenden Texte PAUTHIERS p. 592 f., heimlich bei Nacht den Palast verlassen habe, »et s’en ala aux grans montaignes et moult desvoiables«, wie 1. Bd. S. 147. »Et illec demoura moult honnestement, et moult menoit aspre vie; et fist moult grans abstinences«, oben S. 449–454. Selbst durch das Medium fremder und trüber Idiome hatte sich die zeilonesische Tradition dem feinfühlenden Zuhörer verständlich gemacht, so dass er den Inhalt der — wenn man will trivialen — Legende rein wiederzugeben vermochte. Den Bericht nach dem Texte PAUTHIERS findet man in GRÜNWEDELS soeben erschienener Mythologie des Buddhismus in Tibet und der Mongolei S. 2–4 vollständig abgedruckt.
Die sitzende Gestalt Gotamos als yogischer Büßer, in athemlose Selbstverlierung verloren, mit den einzelnen Merkmalen wie S. 453 f. dargestellt, ein seltsames Meisterstück der Skulptur des 1. Jahrh. vor Chr., befindet sich im Museum zu Lahore. Eine Phototypie davon hat SENART veröffentlicht, im Journal asiatique von 1890 zu p. 144.
Eine plastische Gruppe der jugendlich blühenden Mutter mit einem Kinde an der rechten Hüfte, als Göttin Ṣaṣṭhī śiśurakṣinī, eine wirkliche Αφροδιτη κουροτροφος von idealer Schönheit und Anmuth, ist uns im Museum zu Lahore, unter den Trümmern von Jamalgarhi aus dem 1. Jahrh. vor Chr., erhalten. Auch hiervon hat SENART eine Phototypie leicht zugänglich gemacht, im Journal asiatique von 1890 zu p. 154.
[179] aṉgula -, aṉguli -, Finger, Daumen, wird da dem häufigen aṉgulīyam, aṉgulīyakam, Fingerlein, fingerlin, vingerlinc, Fingerring, gleichzusetzen sein; vergl. das aṉgulīyapradānam im Rāmāyaṇam, den aṉgulīyopalambhas in der Śakuntalā u. a. m. Aṉgulimālo für eigentlich Aṉgulīyamālo ist nach yena so gebildet.[180] Die Ringe der Erschlagenen.[181] Vergl. Āpastambīyadharmasūtre I, 8, 23, 6; Theragāthā 33; Asoko, Edikt von Dhauli II, l. 7, Jaugoḍo II, 1. 10.[182] Ahiṃsako.[183] Aṉgulimālos Wahrspruch, satyavacanam, S. 481, ist kāryārthe śapathaḥ, svapariśuddhau; in der Smṛti e. g. bei Manus VIII, 110. Deutlicher zu reden: satyakriyā als angewandte samayakriyā. Es ist der uralte Glaube an die magische Macht der Wahrheit, wie Ṛgvedas VII, 104, 15. Später sind Ordalien daraus geworden. Vergl. BÜHLERS Grundriss II, 8, § 51–52. — Ein ziemlich nahe gegründetes, kleineres Wahrzeichen kennt die deutsche Sage vom dürren Stabe, der sich dann frisch begrünt, wie beim Tannhäuser.
Antithetisch, und zwar rein philosophisch, ist dieser tiefe, ächt ārische Gedanke zu Beginn der 61. Rede behandelt, welche Asoko bekanntlich ganz besonders empfohlen hat; und ist, vollkommen gleich, von AESCHYLUS ausgesprochen, Prom. 685 f.:
νοσημα γαρ
αισχιστον ειναι φημι συνθετους λογους.
[184] Lies, wie der siam. Text hat, piyappabhūtikā.[185] Nālījaṉghas, ‚Rabe‘, ähnlich als nomen ioculare eines Vertrauten im 8. Kap. von Daśakumāracaritam II, p. 60.[186] Der siamesische Text hat ācamehi. — Zu ācāmayati ( stutyarthe ) cf. e. g. Hiraṇyakeśigṛhye I, 16, 1: ācamyopatiṣṭhate, 24, 8: ācamyopahvayate.[187] Ānando wird in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, nicht selten dargestellt, mit Vorliebe in sanfter, trauernder Haltung an der Bahre des entschlafenen Meisters. Das jugendlich schöne, in tiefem Schmerz etwas geneigte Haupt erinnert sogleich an jenen berühmten bartlosen Christuskopf DA VINCIS in der Brera zu Mailand. — Es wäre ein verdienstvolles Unternehmen, die besten älteren Skulpturen von rein indischem Typus und Stil, fast sämmtlich noch in Indien theils in situ, theils in Museen, zumal dem von Kalkutta, befindlich, auch dem westlichen Kunstfreunde in sorgfältiger Reproduktion allgemeiner zugänglich zu machen, da bisher auf diesem Gebiete kaum irgend etwas Ernstes geleistet wurde. So ist z. B. das Handbuch zur Berliner buddhistischen Kuriositätensammlung — vom Verfasser Prof. GRÜNWEDEL „Buddhistische Kunst in Indien“ betitelt — trotz aller fleißigen Arbeit, für die Erkenntniss der wahren, strengen, ursprünglichen indischen, bez. buddhistischen Kunst nahezu werthlos: denn es giebt, mit Ausnahme eines einzigen ächten Kunstwerkes (No. 75 der 2. Aufl., p. 144), eben nur Proben aus barbarisch entarteten und nur wenig nationalen Kulturepochen oder beschäftigt sich mit tibetisch-mongolischer Miniatur, die allerdings in recht guten Exemplaren vorhanden ist, aber selbstverständlich nicht für buddhistische Kunst in Indien ausgegeben werden darf. Das gilt leider, wie gesagt, auch von anderen, sonst sehr schätzenswerthen archäologischen Arbeiten.[B][188] Aehnlich berichtet Asoko auf dem 6. Felsenedikt über seinen Aufenthalt im Palaste oder im abgelegenen Parke oder in den Gärten, wo ihm seine Minister, da wie dort, jederzeit und überall darzulegen haben, wie seine Anordnungen zum Wohle der Wesen ausgeführt werden, da er jederzeit und überall auf das Wohl der Wesen bedacht sei: denn es gebe kein vornehmeres Werk als der ganzen Welt zum Heile zu sorgen. — Wie Pasenadi gern unter den rukkhamūlāni vijanavātāni weilt, so Asoko im entsprechenden vacamhi vinītamhi, »im abgelegenen Parke«: vacam ist natürlich nicht von varcas stercus, sondern von vārkṣam Wald abzuleiten; vergl. das im 12. Edikt [Mansehra] genannte Amt der vracabhumika, vārkṣabhūmikās, d. i. Parkverwalter. Zur palatalen Surde für die Aspirate cf. die analogen ikkokkākādi.[189] Lies ayaṃ kho me; später, wie der siam. Text hat, ayam pi kho me. Cf. die 12. Rede, p. 69.[190] Genau bei STRABO p. 712 wiederzufinden. Ετη δ’ ἡπτα και τριακοντα οὑτως (ασκητει) ζησαντα αναχωρειν εις την ἑαουτου κτησιν ἑκαστον, και ζην αδεως και ανειμενως μαλλον.[191] Cf. Anm. 127.[192] Lies, wie der Text hat, puna ca param bhante ime Isidattapurāṇā thapatayo etc. Vergl. das überaus schöne Gespräch des Meisters mit den beiden Kammerherren, Saṃyuttakanikāyo vol. V. p. 348–352.[193] Der siam. Text hat richtig yam pi kho bhante etc.[194] Wahrscheinlich patite kutsanāyām; vergl. Manus IV, 184: Akāśeśās tu vijñeyā bālavṛddhakṛśāturāḥ.[195] Es ist mit dem barmanischen Texte, und wie vol. I. p. 390, passim, savyābajjhā und avyābajjhā zu lesen.
Viḍūḍabhos subreptive Frage, ob es also die weltlichen Götter vermöchten die überweltlichen in die Flucht zu schlagen und deren Ort zu erobern, mahnt an bekannte Itihāsās von Kämpfen zwischen Asurās und Devās, wie Śatapathabrāhm. I, 2, 4, 8–12, und schon Ṛgved. X, 124, 8: Tā asya jyeṣṭham iṃdriyaṃ sacaṃte... bībhatsuvo apa vṛtrād atiṣṭhan. Vergl. OLDENBERG, Die Religion des Veda S. 166.