Schon schnob und brummte es und schnaufte hinter ihnen.
Das Zelterlein hob hoch den Kopf empor;
Jetzt stürmte Petz in toller Hatz vorüber,
So daß der Schimmel drob den Kopf verlor
Und voller Angst in jähem Sprunge scheute,
Gleich seiner Herrin, des Entsetzens Beute.
Doch, eh’ des Rößleins Hufe wieder Boden fanden,
War dieses schon von seiner Last befreit
Und ruhte Elsbeth in Herr Kuonrads Armen,
Vom Sturz gerettet noch zur rechten Zeit.
Ein Dutzend Hände fuhren nach dem Pferde
Und hielten fest es ohne viel Beschwerde.
„Um Gottes Willen!” rief der Junker, selbst erschrocken,
Als Elsbeth todtblaß hing im Arme sein.
„Habt keine Angst!... Ihr nahmet doch nicht Schaden?
Das Köpfchen hebend, sprach sie leise: „Nein!...”
Indessen rannte fahrend Volk mit Stangen
Und Peitschen nach dem Flüchtling, ihn zu fangen.
Da kam auch Jochen näher; grimm die Peitsche brauchend,
Hieb er mit Wucht auf das Gesindel ein,
So lärmend Petzen auf dem Fuße folgte,
Das Thier nur ärger hetzend mit dem Schrei’n;
Bald gab es Raum, des Bären Häscher wichen
Nach rechts und links, soweit die Hiebe strichen.
Doch dem bedrängten Paare ward noch andre Hülfe:
Vom Münster her ertönte Glockenklang,
In tiefem Basse scholl die Vrenenglocke,
So daß es klang wie ferner Chorgesang.
Im Nu zerstob das Volk nach allen Seiten,
Um in der Mess’ zu sein bei rechten Zeiten. —
Noch zitternd, stand das Zelterlein vom Knecht gehalten,
Der es mit strengen Blicken untersucht.
Das Thier war heil, auch fand an Zaum und Gurten
Sich nichts beschädigt von des Sprunges Wucht,
Als nur ein Riemlein, das, weil schwach, zerrissen,
Nun Jochen flink zu binden war beflissen.
Als dies geschehen, griff er nach dem Zaum und führte
Das Rößlein sorgsam seiner Herrin vor,
Die lehnte noch im Arme ihres Retters,
Fuhr aber tief erröthend nun empor;
Ihr wellig Goldhaar streifte seine Wange,
Auch riß, vom raschen Ruck, des Schäubleins Spange.
Herr Kuonrad schwang sich jetzo selbst von seinem Rappen
Und hob mit starkem Arm die süße Last
Dem Zelter in den Sattel; Elsbeth jedoch,
Als erst sie wieder sicher Platz gefaßt,
Belohnte mit dem wärmsten ihrer Blicke
Den Junker für den Schutz im Mißgeschicke. —
Inzwischen hatte auch die Jagd ein End’ genommen,
Weil Meister Petz sich schließlich fangen ließ;
Manch derber Hieb traf seinen breiten Rücken,
So daß er eilig sich zu gehn befliß.
Der Affe aber war und blieb verschwunden
Und Niemand wußte, welchen Weg er funden.