Und wie man seinem Traumbilde antwortet, entgegnete Vasitthi:

"Ich bin damit zu Ende, Herr."

"Recht so, meine Tochter! Und der lange Weg hat dich nicht gemüht? Noch bedarfst du der Hilfe des Vollendeten?"

"Nein, o Herr, ich bedarf nicht mehr der Hilfe des Vollendeten."

"Recht so, meine Tochter! Bei dir selber hast du Zuflucht genommen, in deinem eigenen Selbst ruhest du, Vasitthi."

"Mein Selbst habe ich kennen gelernt, o Herr. Wie man die Blattscheiden eines Pisangstammes aufrollt und findet darin kein Kernholz, aus dem eine feste Stütze zu zimmern wäre; also habe ich da mein Selbst kennen gelernt: ein Haufen wechselnder Gestaltungen, in denen nichts Ewiges ist, worin man ruhen könnte. Und ich gebe dies mein Selbst auf: 'das bin ich nicht, das gehört mir nicht'--also urteile ich darüber."

"Recht so, meine Tochter! Nur an der Lehre hältst du dich noch fest."

"Die Lehre, o Herr, hat mich zum Ziel gebracht. Wie einer, der mittelst eines Flosses einen Strom durchquert hat, wenn er das jenseitige Ufer betritt, das Floß nicht festhält, nicht mit sich schleppt: also halte ich mich nicht mehr an der Lehre fest, lasse die Lehre fahren."

"Recht so, meine Tochter! Solcherweise nirgend anhänglich haftend, wirst du bei mir am Orte des Friedens auferstehen."

"'Auferstehen,' hast du gesagt, o Herr, 'das trifft nicht zu. Nichtauferstehen, das trifft nicht zu.' Und auch diese Lehre, daß weder Auferstehen noch Nichtauferstehen zutrifft--auch die trifft nicht mehr zu. Nichts trifft mehr zu, und am wenigsten trifft das Nichts zu. Also hab' ich es jetzt verstanden."