"Ich will, Vater, mit einigen Freunden und Freundinnen nach dem Garten der hundert Lotusteiche reiten, wo wir uns mit Spielen belustigen wollen."

"Gut, sehr gut, mein Sohn! Reizend, entzückend ist ja der Aufenthalt im Garten der hundert Lotusteiche--tiefer Schatten der Bäume und kühlender Hauch des Wassers laden da zum Verweilen ein. Auch sind artige und sinnige Spiele zu loben, denn sie beschäftigen Körper und Geist ohne sie anzustrengen. Ob wohl jetzt noch dieselben Spiele gebräuchlich sind, die wir in meiner Jugend spielten? Was meinst du, Kamanita, wird wohl heute dort gespielt werden?"

"Es kommt darauf an, Vater, wer von uns mit seinem Vorschlage durchdringt. Ich weiß, daß Nimi das Wasserspritzspiel vorschlagen will."

"Das kenne ich nicht," sagte mein Vater.

"Nein, Nimi hat es im Süden gelernt, wo es sehr Mode ist. Man füllt dabei Bambusrohre mit Wasser und bespritzt sich gegenseitig, und wer am nassesten wird, hat verloren. Das ist sehr drollig.--Kolliya aber will den Kadambakampf in Vorschlag bringen."

Mein Vater schüttelte den Kopf:

"Das kenn' ich auch nicht."

"O, das ist jetzt sehr beliebt. Die Spielenden teilen sich in zwei Parteien, die einander bekämpfen, und dabei dienen eben die Zweige des Kadambastrauches mit ihren großen, goldigen Blüten als gar prächtige Schlagwaffen. Durch den Blütenstaub sind die Wunden kenntlich, so daß die Kampfrichter danach entscheiden können, welche Partei gewonnen hat. Das Ganze ist recht spannend und hat etwas Zierliches. Ich aber beabsichtige, das Hochzeitsspiel vorzuschlagen."

"Das ist ein gutes altes Spiel," sagte mein Vater mit einem auffallenden Schmunzeln, "und es freut mich recht, daß du dafür eintreten willst, denn das zeugt von deiner Gesinnung. Vom Spiel zum Ernst ist der Schritt nicht gar zu groß."

Dabei schmunzelte er wieder selbstgefällig, und mir wurde recht gruselig zumute.