Keine Hand rührte sich bei unseren Feinden, um in die vom Deutschen Reichstag ausgestreckte Friedenshand einzuschlagen. Alles was vom feindlichen Ausland zu uns herüberschallte, gab denjenigen recht, die als Wirkung der Friedensresolution das Gegenteil von Friedensbereitschaft bei unseren Feinden befürchtet hatten.

So erklärte der englische Minister Carson am 20. Juli in Dublin, daß Verhandlungen mit Deutschland erst möglich seien, wenn die deutschen Truppen hinter den Rhein zurückgezogen seien.

Am 25. Juli erklärte das britische Kabinett durch den Mund des Herrn Bonar Law, meines Wissens zum erstenmal, daß England mit Frankreichs Forderung der Rückgabe Elsaß-Lothringens solidarisch sei.

An demselben 25. Juli wurde im Britischen Unterhaus eine von Mac Donald und Trevelyan eingebrachte „Friedensresolution“ mit 148 gegen 19 Stimmen abgelehnt.

Am 30. Juli bestätigte der französische Ministerpräsident Herr Ribot in der Französischen Kammer die aus Petersburg kommende Enthüllung, daß die französische Regierung nicht nur die Rückgabe Elsaß-Lothringens, sondern auch die Errichtung eines linksrheinischen Pufferstaates erstrebe; die Kammer selbst zeigte sich allerdings etwas bescheidener: sie wollte sich mit Elsaß-Lothringen und einer Kriegsentschädigung begnügen.

An dem gleichen 30. Juli legte Balfour im Britischen Unterhaus England erneut auf das elsaß-lothringische Kriegsziel der Franzosen fest; außerdem verlangte er die Demokratisierung Deutschlands und sprach den Satz aus, daß die Sicherheit Europas nicht eher garantiert sei, als bis Deutschland machtlos oder frei gemacht sei.

Am 11. August zwang Lloyd George den Arbeiterführer Henderson, aus dem Kabinett auszuscheiden, weil er sich für die Beschickung der Stockholmer Friedenskonferenz durch Delegierte der britischen Arbeiterschaft eingesetzt hatte.

Selbst der „Vorwärts“ mußte damals zugestehen, „daß die Westmächte eben die Entscheidung der Waffen wollen, und daß uns darum gar nichts anderes übrig bleibt“.

Das war das Ergebnis der großen Friedensaktion des Deutschen Reichstags!