Chor:

O Heil, Heil, Jakchos!
O Heil, Heil, Jakchos!
Jakchos, der du weilst hier
In dem stolzprangenden Wohnsitz,
O Heil, Heil, Jakchos;
Komm hierher auf die Bachwiese zum Reih'ntanz
In die Schaar deiner Geweihten,
Und im Schwunge walle duftig
Dir der Myrtenkranz voll Beeren
Um das lockige Haupt!
Und kühn stampfe den Takt uns
Mit dem Fuße zum neckisch
Sich entfesselnden Lustreih'n,
Der in holdreizender Anmut,
Der in Unschuld dich umhüpft,
Der Geweihten heil'gem Chortanz!

Ermuntere Dich: naht doch
In der Hand schwingend die Fackeln,
Er naht schon Jakchos,
Stern des Lichtes, in Nacht leuchtend zum Feste!
Von der Flamme glüht die Wiese;
Ja, das Knie der Greise regt sich,
Und sie schütteln ab die Sorgen
Und die Bürde der Zeit,
Die Last bleichender Haare,
In der heiligen Festlust.
Du, Seliger, führe
Die zum Tanz rüstige Jugend
Zu des Quells blumigen Auen
Mit voranflammender Fackel!

Chorführer:

Voll Andacht schweig' er und halte sich fern von unseren heiligen Reigen,
Wer fremd in solchen Geheimnissen ist und wer unlauteren Herzens,
Wer Orgien himmlischer Kunst nicht sah noch tanzt in dem Chore der Musen,
Wen nicht einweiht' in bacchantischen Ton Kratinos, der Stiereverschlinger,
Und wer plumpspaßender Worte sich freut, die heran sich drängen zur Unzeit,
Wer feindlichen Hader im Volk nicht dämpft, nicht hold und gefällig den Bürgern,
Nein, Zwietracht sät und die Glut anschürt, nach eigenem Nutzen verlangend,
Wer, Lenker des Staats, wankt dieser im Sturm, ausstreckt nach Geschenken die Hände,
Wer Vesten verrät, wer Schiffe verrät und verbotene Waren versendet,
Wer andre beschwatzt, für der Flotte Bedarf mit Geld zu bedienen die Feinde,
Wer Hekate's Bild mit Gesängen beschmutzt, für kyklische Chöre gedichtet,
Auch wer als Redner im Volke benagt den gebührenden Lohn der Poeten.
Sei's diesen gesagt, sei's aber gesagt, sei's zum dritten gesagt und geboten:
Hebt Euch von dem Chor der Geweihten hinweg! Ihr anderen stimmt den Gesang an,
Und beginnt mit der heiligen Feier der Nacht, die dem heutigen Feste gemäß ist!

I. Halbchor:

Nun auf, zieht herzhaft alle
Zu dem blumigen Schooße der Wiesen
In stampfendem Schritte hinab,
Mit neckendem Spott,
Mit höhnendem Ruf und Gelächter!
Denn fromm und ernsthaft wart ihr genug.

II. Halbchor: