Kurt: Dann müßte man ja aus gewöhnlichem Zucker auch Spiritus machen können.
Dr. E.: Das geschieht auch sehr viel, wenn auch meist nur aus demjenigen Zuckersaft, der nicht mehr als Zucker kristallisieren will, also aus dem Syrup. Ich denke, der „Rum“, den man so gewinnt, wird dir zur Genüge bekannt sein.
Fritz: Kann man statt der Gerste auch etwas anderes nehmen?
Dr. E.: Was du willst, wenn es nur Stärkemehl enthält. Es gibt Weizenbiere, Haferbiere, Roggen- oder Kornbranntwein, Kartoffelspiritus, Reisbranntwein oder Arrak und vieles andere. Aus dem Honig, der ja wieder Zucker enthält, bereitet man den Met, das Getränk der alten Deutschen, und die Baschkieren benutzen sogar die gegorene Milch ihrer Stuten, wenn sie sich einen Rausch trinken wollen.
Kurt: Aber die Hefepilze sind doch gewiß nicht in unserer Wohnung.
Dr. E.: Hast du mir nicht neulich verraten, daß du im Frühjahr Birkenwasser gezapft hast?
Kurt: Ja, ich hatte gehört, daß der Birkenwein so schön schmecken soll.
Dr. E.: Was hast du denn da mit dem Wasser angestellt?
Kurt: Ich habe Zucker hinzugetan, wie Wilhelm mir riet, und es dann eine Zeitlang offen stehen lassen. Nach einigen Tagen schäumte es, und wie das vorüber war, haben wir den Wein in Flaschen gefüllt.
Dr. E.: Nun, siehst du! Dieses Schäumen war der Beweis, daß Hefepilze aus der Luft ihren Weg in das Birkenwasser gefunden und dort eine richtige Gärung hervorgerufen haben. Sonst hättest du niemals Wein bekommen. Ich denke also, wir können einige der verschiedenen Hefepilze ganz ruhig zu unseren Hausbewohnern rechnen, um so mehr, da Mama ja häufig genug welche ins Haus bringen läßt.