Hans: Vater, was ist denn nun eigentlich Wasser?
Dr. E.: Ja, mein lieber Junge, daß auch gerade du mit dieser unglücklichen Frage kommst! Fritz wird es wohl schon wissen. Für dich aber ist diese Weisheit doch noch ein wenig zu hoch.
Fritz: Gerade in voriger Woche haben wir das Wasser in der Klasse durchgenommen. Es besteht aus zwei Gasarten, Wasserstoff und Sauerstoff. In diese kann man das Wasser zerlegen und umgekehrt kann man durch Verbindung der beiden Gase Wasser herstellen.
Dr. E.: Ganz richtig, und damit du, mein Hansel, auch ein wenig davon begreifst, will ich dir noch sagen, daß der eine Bestandteil des Wassers, der Sauerstoff, auch einen Teil der Luft bildet, und zwar denjenigen, den der Mensch und die Tiere zum Atmen brauchen.
Kurt: Aber doch nicht alle Tiere, Vater! Die Fische leben ja gar nicht in der Luft. Die können doch nur Wasser zum Atmen brauchen.
Dr. E.: Ei, Kurt, das ist ja eine ganz neue Weisheit! Glaubst du wirklich, daß die Fische zum Atmen auf einen andern Stoff angewiesen sind als die Menschen?
Kurt: Ja, die Fische sterben doch, wenn man sie aus dem Wasser in die Luft bringt.
Dr. E.: Da hast du allerdings recht! Allein das hängt mit ganz andern Dingen zusammen, von denen ich dir vielleicht später mal erzähle. In Wirklichkeit brauchen aber die Fische ebensogut Sauerstoff zum Atmen wie wir.
Fritz: Das ist ja auch gar nicht wunderbar. Denn wenn das Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff besteht, so werden die Fische doch sicher von letzterem immer genug bekommen.
Dr. E.: Ei behüte, Fritz! Jetzt bist du ebenfalls auf ganz falschem Wege. Der Sauerstoff des Wassers ist mit dem Wasserstoff so fest verbunden, daß wir beide nur durch sehr starke Mittel, z. B. durch Elektrizität auseinanderreißen können. Der Fisch ist keineswegs imstande, auch nur die geringste Menge Sauerstoff für sich daraus zu ziehen.