Dr. E.: Sehr gut, Fritz. Was ist denn das für ein schönes Experiment, das dich auf diese Erklärung geführt hat?
Fritz: Zuerst habe ich ein Buch in den Sonnenstrahl gehalten, wo das Licht nicht durchkonnte. Da waren die Stäubchen hinter dem Buch gleich unsichtbar geworden. Dann habe ich einen Spiegel genommen, damit den Sonnenstrahl aufgefangen und in eine andere Richtung gelenkt. Dann wurden auch in diesem, ganz anders gerichteten Strahl Sonnenstäubchen sichtbar, und daraus mußte ich doch schließen, daß eben diese Staubteilchen gleichmäßig im ganzen Zimmer verteilt sind.
Kurt: Aber das ist doch schrecklich, zu denken, daß wir das einatmen müssen!
Dr. E.: Dagegen wird sich wohl schwerlich etwas machen lassen, obschon wir ganz genau wissen, daß Tausende von Keimen aus diesen Stäubchen mit jedem Atemzuge in unsere Lunge geraten. Jedenfalls aber lernen wir einsehen, daß es kein müßiges Gerede ist, wenn die Ärzte immer und immer wieder darauf hinweisen, wie wichtig für jeden Menschen der Aufenthalt in der freien Natur ist, wo im allgemeinen die Luft weit reiner und freier von Keimen ist. — Jetzt aber mag Fritz hören lassen, was er für Wünsche hat.
Fritz: Ich möchte zunächst wohl wissen, was Brausepulver ist, und warum es im Wasser so aufbraust. Ich denke mir, es handelt sich dabei um Kohlensäure. Nun aber haben wir kürzlich in der Schule gelernt, daß Kohlensäure nur durch eine andere Säure, etwa durch Schwefelsäure, aus kohlensauren Salzen ausgetrieben wird. Ich verstehe demnach nicht, wie dies durch bloßes Wasser, in das man das Brausepulver schüttet, geschehen kann.
Dr. E.: Wie du richtig bemerkt hast, wird die Kohlensäure aus ihren Verbindungen nur durch eine andere Säure ausgetrieben. Es braust also z. B., wenn ich ein Stück Kreide oder, was dasselbe, ein Stück kohlensauren Kalk in verdünnte Schwefelsäure werfe. Letztere verbindet sich mit dem Kalk zu schwefelsaurem Kalk, und die Kohlensäure wird frei, wobei sie in Gasform entweicht. Das Brausepulver besteht nun aus zwei Substanzen, deren eine ebenfalls ein kohlensaures Salz, das sogenannte doppeltkohlensaure Natron ist. Der andere Bestandteil aber ist eine der verschiedenen festen Säuren, meist Weinsteinsäure oder Zitronensäure, wie ihr sie wohl bei Mutter in der Küche gesehen habt. Diese festen Säuren haben ebenfalls die Macht, die Kohlensäure aus ihren Verbindungen auszutreiben, aber sie können dies nur, wenn sie in flüssiger Form sind, wie denn schon die alten Alchimisten wußten, daß die Körper meist nur dann chemisch aufeinander wirken, wenn sie in Lösung sind. Kohlensaures Natron und feste Weinsteinsäure vertragen sich also gewissermaßen ganz gut, solange sie beide in Pulverform miteinander gemischt sind. Sowie ich sie aber ins Wasser schütte und sie dadurch in Lösung bringe, übt die Weinsteinsäure ihre natürliche Macht aus, verbindet sich mit dem Natron und zwingt die Kohlensäure, als Gas zu entweichen.
Kurt: Ich habe aber doch auch schon gesehen, daß Brausepulver gar nicht mehr brausen wollte.
Dr. E.: Das will ich wohl glauben. Dann ist es eben schlecht verwahrt gewesen, so daß das Pulver Feuchtigkeit aus der Luft anziehen konnte. In diesem Falle ist dann, ohne daß wir es merkten, schon vor dem Gebrauch alle Kohlensäure durch die feucht gewordene Weinsteinsäure ausgetrieben. —
Fritz: Fast jeden Abend, wenn wir zu Bett gehen, ärgere ich mich über eine Erscheinung, die ich gern erklärt haben möchte. Wenn ich unser Licht anzünde, so brennt es erst ganz hell; dann tut es plötzlich so, als wenn es ausgehen wollte, bis es sich nach und nach wieder erholt und nun dauernd hell brennt.
Lichtflamme. Seife