Dr. E.: Nun, z. B., sie bauen sich eine Wohnung oder, wenn sie in unterirdischen Höhlen leben, so tapezieren sie sie aus.

Fritz: Was soll denn das nützen, Vater?

Dr. E.: Ich denke, euch würde eine tapezierte Erdhöhle auch besser gefallen, als eine, wo ihr immer direkt auf der kalten, feuchten Erde sitzen müßtet, und wo überdies fortwährend zu fürchten wäre, daß Erde nachstürzt und euch begräbt.

Fritz: Das ist richtig. Gibt es denn bei uns auch solche Höhlenspinnen?

Dr. E.: O gewiß, eine ganze Menge. Die größten Künstler unter ihnen gehören allerdings mehr dem Süden und besonders der heißen Zone an. Dort gibt es Spinnen,[3] die nicht nur eine selbst gegrabene Erdröhre hübsch austapezieren, sondern sie noch überdies mit einem Klappdeckel versehen, der oben wie die Erde der Umgebung aussieht, innen aber ebenfalls wie mit Seide belegt ist und durch ein Band aus Spinnstoff gleich der Tür in der Angel auf- und zugeklappt werden kann.

Kurt: Dann sieht man also diese Nester von oben gar nicht?

Dr. E.: Nein, und das Drolligste ist, daß diese Tierchen nach Kräften ihr Hausrecht zu wahren wissen. Versucht man einen solchen Deckel aufzuheben, so hält die Spinne ihn von innen mit aller Macht zu, indem sie sich an den Seiten anstemmt und mit einigen Krallen in das Gespinst des Deckels greift, das zu diesem Zweck mit kleinen Löchern zum Einhaken versehen ist.

Fritz: Das ist schade, daß man so etwas nicht einmal beobachten kann.

Dr. E.: Nun, in Südeuropa, z. B. auf den Balearen, wo ich selbst die Nester ausgraben konnte, ist schon eine dieser Tapezierspinnen zu finden, so daß du also doch vielleicht einmal Gelegenheit hast, deinen Wunsch erfüllt zu sehen. Andererseits kenne ich bei uns eine Spinnenart, deren Nest mir noch viel abenteuerlicher erscheint als das der Tapezierspinnen. Und das könntet ihr im Sommer jeden Tag sehen.

Fritz: Aber ich denke, die Kreuzspinne macht das kunstvollste Netz?