Nun, Kinder, fragt Dr. Ehrhardt am folgenden Sonntage, als die Knaben zur gewohnten Plauderstunde um ihn versammelt sind, habt ihr euch inzwischen nach weiteren Mineralien im Hause umgesehen?

Kochsalz, Löslichkeit

Fritz: O ja, Vater. Ich habe zunächst gefunden, daß zwar sehr vieles aus dem Mineralreiche stammt, wie der Ofen, die Fensterscheiben, das Porzellan, das Geld, die eisernen, kupfernen und messingnen Gerätschaften, daß aber die wirklichen Mineralien doch nur sehr sparsam vorhanden sind. Zu diesen rechne ich z. B. das Quecksilber im Thermometer, das ja wohl ebenso in der Natur vorkommt; dann aber vor allem das Kochsalz, von dem wir kürzlich gelernt haben, daß es große Lager unter der Erde bildet.

Dr. E.: Gegen das, was du sagst, ist wenig einzuwenden. Quecksilber findet sich in der Tat in Form metallischer Tröpfchen oder, wie man sagt, „gediegen“ hie und da in Gebirgen, wie in Idria und Krain. Auch mit dem Kochsalz hast du recht, denn es wird als sogenanntes Steinsalz in großen Mengen bergmännisch gewonnen. — Kommt denn aber das Salz nur in solchen unterirdischen Lagern vor?

Kurt: O nein, auch im Meer ist viel Kochsalz enthalten.

Dr. E.: Schön, Kurt. Außerdem findet es sich dann noch in sogenannten Solquellen sowie als Steppen- oder Wüstensalz.

Hans: Wovon ist denn das Meer so salzig, Papa?

Dr. E.: Aber Hänschen, weißt du denn nicht, daß im Meere so viele Heringe sind? Da muß es doch wohl salzig davon werden.

Hans: Ach, Papa, jetzt willst du bloß Spaß mit mir machen. Ich weiß ganz gut: die frischen Heringe, die aus dem Meere kommen, sind gar nicht salzig; die werden erst nachher eingesalzen.

Dr. E.: Nun, wenn du es sagst, so muß ich es wohl glauben. Dann heißt es also, einen andern Grund zu finden. Zunächst aber: Woher weißt du denn, daß das Meer salzig ist?