Dr. E.: Nein, es gibt auch Salinensalz. Ich habe euch vorhin erzählt, daß die Steinsalzlager in der Regel so tief liegen und so gut durch Tonschichten geschützt sind, daß das Regenwasser sie nicht erreichen kann. Denkt euch aber mal, eine Quelle im Innern der Erde geriete doch in eine salzführende Schicht oder in ein ganzes Salzlager hinein; was wird die Folge sein?
Kurt: Natürlich wird das Salz sich auflösen.
Dr. E.: Und die Quelle, wenn sie nun irgendwo aus dem Boden hervorsprudelt?
Kurt: Die wird salzig schmecken.
Dr. E.: Das heißt mit andern Worten: Wir werden das haben, was man eine Salz- oder Solquelle nennt.
Fritz: Richtig! Die werden gegen Rheumatismus und viele andere Krankheiten gebraucht. Die gibt’s ja in Thüringen und bei Halle und an vielen andern Orten.
Dr. E.: Auch in Norddeutschland, z. B. bei Lüneburg, Stade und Segeberg, sind sie zu finden. Außer zu Heilzwecken werden diese Solquellen nun auch zur Salzgewinnung benutzt.
Kurt: Das sind dann wohl immer ganz gesättigte Lösungen, wenn sie direkt durch so ein Steinsalzlager geflossen sind?
Dr. E.: Leider nicht. In der Regel ist ihnen, ehe sie an die Oberfläche kommen, aus andern oberflächlichen Schichten schon wieder so viel süßes Wasser zugeflossen, daß sie vom Sättigungspunkte weit entfernt sind und häufig kaum mehr Salz enthalten als das Meerwasser.
Fritz: Aber dann muß man das überflüssige Wasser doch auch erst verdampfen lassen, wie beim Meerwasser.