Dr. E.: Allerdings. Nur in diesen fast ganz regenlosen Gegenden konnte sich ein so leicht löslicher Stoff, wie es der Salpeter ist, in größeren Lagern halten. Bei uns und in unserm Klima sind alle solche leicht vom Regen aufgelösten und fortgespülten Mineralien, wie Alaun, Soda und Salpeter, eine reine Unmöglichkeit.
Kurt: Aber hier habe ich etwas, was sich nicht auflöst und was ja auch wohl bei uns vorkommen könnte, eine Tüte mit Schlämmkreide, die Doris zum Putzen gebraucht.
Dr. E.: Beinah wäre die Schlämmkreide wahrhaftig ein Mineral! Hast du denn keine gewöhnliche Kreide zum Schreiben?
Kurt: Ich habe wohl ein Stückchen in der Tasche, aber das habe ich nicht im Hause gefunden, sondern aus der Schule mitgenommen.
Dr. E.: Ei, ei! Also ein Vergreifen an fremdem Eigentum!
Kurt: Ach, es war nur ein ganz kleines Stückchen, das an der Erde lag und doch zertreten worden wäre.
Dr. E.: Nun, diesmal will ich es noch deinem Sammeleifer zugute halten. — Weißt du denn, woher die Kreide kommt?
Kurt: Ja, auf Rügen gibt es ganze Kreidefelsen, wie wir in der Geographie gelernt haben.
Dr. E.: Ganz recht. Das ist eine der vielen Gegenden, in denen die Kreidefelsen zu Schreibkreide zerschnitten werden. Mächtige Kreidegebirge finden sich außerdem z. B. an der englischen und französischen Küste zu beiden Seiten des Kanals. Als besonders rein wird ferner die Kreide von der Insel Möen geschätzt.
Fritz: Warum ist denn die Schlämmkreide nur „beinah“ ein Mineral?