Dr. E.: Weil sie in dieser Form, als feines weißes Pulver, doch nicht in der Natur vorkommt. Da muß die gewöhnliche Kreide erst zerstampft und mit Wasser angerührt werden. Das dadurch milchig gewordene Wasser läßt man dann im Klärbecken so lange ruhig stehen, bis sich die feinen Kreideteilchen zu Boden gesetzt haben. Getrocknet stellt das dann die Schlämmkreide dar.
Kurt: Wozu macht man denn das? Man kann doch die Kreide auch ohne Wasser zu Pulver zerreiben.
Dr. E.: Dann hat man aber noch alle die Verunreinigungen der Kreide, wie kleine Kieselsteine usw. darin, und es wäre doch schade, wenn unser Messing beim Putzen durch diese harten Steinchen verschrammt würde.
Bernstein. Meerschaum. Bimsstein. Lava. Vulkanische Asche
Kurt: Ja, das sehe ich ein. — Hier habe ich dann noch mancherlei; ich hätte gar nicht gedacht, daß ich so vieles zusammenbringen würde. Sieh, hier ist ein Stück Bernstein von Mamas Halskette, ein Stück Meerschaum von einem Pfeifenkopf und ein Stück Bimsstein, das Doris zum Waschen gebraucht.
Dr. E.: Da könnten wir ja den ganzen Abend drüber reden, und Hänschen will doch auch noch gehört werden! — Der Bernstein ist das Harz vorweltlicher Tannen, das hauptsächlich in Ostpreußen in der Nähe des Seestrandes und im Sande des Meeres selbst sich findet. Der Meerschaum ist ziemlich selten und wird namentlich in Kleinasien bergmännisch gewonnen. Der Bimsstein indes ist weit verbreitet, da er zu den sogenannten Auswurfstoffen fast aller Vulkane gehört.
Kurt: Wovon ist er denn so löcherig und so leicht, daß er einem gar nicht wie ein Stein vorkommt?
Dr. E.: Das hängt mit seiner Entstehung zusammen. — Hast du mal darüber nachgedacht, woher wohl das Brot und der Kuchen die vielen Höhlungen und Löcher hat?
Kurt: Die entstehen, wenn der Kuchen aufgeht, beim Backen.
Dr. E.: Und wovon geht er auf?