Fritz: Das kommt durch die Hefe, die man hineintut, oder beim Brot durch den Sauerteig. Wie aber dadurch sich so viele Löcher bilden, ist mir nicht klar.
Dr. E.: Der Kuchenteig bildet doch eine ziemlich zähe Masse. Wenn wir nun Hefe hinzutun, so entwickelt sich in großen Mengen ein Gas, und zwar die euch vom Selterwasser her bekannte Kohlensäure. Diese kann nicht durch den zähen Teig hindurch und nach oben entweichen, wie sie es aus einer entkorkten Selterwasserflasche tun würde. Sie bildet daher eine Masse kleiner Blasen in dem Teig, welche denselben aufblähen und lockerer machen. Ist der Kuchen gar und der Teig fest, so erscheinen diese Blasen als ebenso viele kleine Hohlräume.
Kurt: Aber was hat denn das mit dem Bimsstein zu tun?
Dr. E.: Der Bimsstein war, ehe er abgekühlt wurde, im Innern des Vulkans eine ebenso zähe, halbflüssige Masse, wie unser Kuchenteig. Man nennt das glutflüssige Lava, wie ihr schon wißt. Dringt nun in das Innere des Kraters z. B. Wasser ein, das sich natürlich bei der gewaltigen Hitze bald in Dampf verwandelt, so verfangen sich die aufsteigenden Dampfbläschen gerade so in der zähe flüssigen Lava, wie die Kohlensäure im Teig. Wird dann die Lava aus dem Vulkan ausgestoßen und erstarrt, so zeigt sie uns eben dieses eigentümlich löcherige oder „poröse“ Aussehen. Sie wird dadurch so leicht, daß sie auf Wasser schwimmen kann.
Fritz: Sieht denn alle Lava nachher so aus, wenn sie aus dem feuerspeienden Berg herauskommt?
Dr. E.: Ei behüte. Ist kein Wasser oder Gas vorhanden, so quillt die Lava ganz ruhig über den Rand des Kraters und ist nachher beim Erkalten so dicht und schwer, wie grünes Flaschenglas. Sie wird dann, falls sie aus demselben Material besteht wie der Bimsstein, als Obsidian bezeichnet. Ist dagegen sehr viel Wasserdampf da, so kann dessen Kraft so groß werden, daß er den zähen Lavabrei völlig zerreißt und zerstäubt. Es entsteht dann die sogenannte vulkanische Asche, welche bis hoch in die Wolken geschleudert wird und beim Niederfallen weite blühende Gefilde mit Aschenregen bedeckt.
Kurt: War das nicht bei der Zerstörung von Herkulanum und Pompeji durch den Ausbruch des Vesuvs der Fall?
Dr. E.: Freilich; es war im Jahre 79 nach Christi. Auch der berühmte Naturforscher Plinius der Ältere, der zu Schiff herbeigeeilt war, um das gewaltige Schauspiel zu beobachten, wurde damals ein Opfer seines Wissensdurstes. Die Aschenschicht, welche noch heute, trotz umfangreicher Ausgrabungen, einen großen Teil jener Städte bedeckt, hat eine Dicke von mehr als 6 Metern. In neuerer Zeit haben wir ja dann noch eine Reihe anderer Vulkanausbrüche mit starkem Aschenregen gehabt, so vor einigen Jahrzehnten den des Krakatau zwischen Java und Sumatra, dessen Asche selbst in unsern Breiten noch die Abendwolken tief rosa färbte, und dann der Mont Pelé auf Martinique, durch dessen furchtbare Gasexplosion Tausende von Menschen in einem Augenblick getötet wurden.
Hans: Es muß doch schrecklich sein, in der Nähe eines solchen Vulkans zu wohnen! — Gibt es denn bei uns in Deutschland auch Vulkane?
Dr. E.: Jetzt glücklicherweise nicht mehr. Früher hat es deren eine ganze Reihe gegeben.