Fritz: Das nicht; die sind längst vermodert. Aber sie waren auch schon morsch, als sie umfielen.

Dr. E.: Wenn das Umfallen durch einen Windbruch geschah, wohl schwerlich. Wie ist es denn mit einem gesunden Balken, den man in ein Haus hineinbaut? Behält der etwa durch Jahrhunderte seine Festigkeit?

Fritz: Nein, daran habe ich nicht gedacht; dann muß ich also wohl zugeben, daß auch frisches, gesundes Holz, wenn es der Luft ausgesetzt wird, im Laufe der Zeiten morsch wird und schließlich zerfällt.

Dr. E.: Und was mit dem Balken vielleicht erst nach Jahrhunderten geschieht, das geschieht ungleich schneller mit den Blättern, dem Laub in den Wäldern, welches der Hauptsache nach ebenfalls aus Zellulose besteht.

Kurt: Ja, wenn man das Laub in einem Buchenwalde aufhebt, so sieht man, wie die tieferliegenden Blätter ganz dunkelbraun geworden sind und zergehen, wenn man sie nur anrührt.

Dr. E.: Sehr richtig! Unter diesen zergehenden Blättern aber liegt dann ferner die sogenannte Humusschicht, d. h. Erde, welche durch die aus der Zersetzung der Blätter entstandenen Stoffe schwarz gefärbt ist. Wißt ihr denn nicht, daß jeder Gärtner sich einen sogenannten Komposthaufen anlegt, in dem er alle möglichen Pflanzenabfälle mit Erde mischt und wartet, bis das Ganze zu Humus geworden ist? Schon hieraus könnt ihr sehen, daß der Holzstoff in der Luft nicht unveränderlich ist, wenn wir auch wissen, daß bei dieser Zersetzung oder Verwesung namentlich kleine Pilze, die sogenannten Fäulnisbakterien, beteiligt sind.

Fritz: Aber das ist denn doch wohl eine ganz andere Art der Zersetzung wie durch Hitze?

Dr. E.: Die entstehenden Stoffe sind allerdings zum großen Teil andere. Wir müssen aber auch hier, ganz ähnlich wie bei der Verbrennung, streng unterscheiden, ob der Sauerstoff der Luft wirklich völlig ungehindert auf die Pflanzenstoffe einwirken kann, oder ob er nur in beschränktem Maße Zutritt hat. Im ersteren Falle wird die Zersetzung der Zellulose eine vollständige sein, d. h. es werden schließlich, wie bei der vollkommenen Verbrennung, nur die Mineralstoffe als Asche übrigbleiben, während die Gase in die Luft gehen. Ist dagegen der Zutritt der Luft erheblich beschränkt, z. B. im Walde, wo die zergehenden Blätter von anderem Laube bedeckt werden, oder am Grunde des Wassers, so haben wir es gewissermaßen mit einer unvollkommenen Verbrennung zu tun, und die Stoffe, die sich bilden, erinnern nunmehr an diejenigen, die wir bei der Leuchtgasfabrikation erhalten.

Kurt: Entstehen denn da auch Gase, die brennen können?

Sumpfgas. Unterschied von Holzkohlen und Steinkohlen