»Und Sie wissen auch, wie sich die Pilger zu benehmen haben?«
»Auch das; doch ist gewiß, daß mein Benehmen nicht genau das der Pilger sein würde. Wollte ich ihren Gebräuchen folgen, mich den vorgeschriebenen Ceremonien unterwerfen und gar zu Allah beten und seinen Propheten anrufen, so würde dies gewiß eine Versündigung gegen unsern heiligen Glauben sein.«
»Sie würden innerlich doch anders denken!«
»Das macht die Schuld nicht geringer.«
»Darf man der Wissenschaft nicht ein Opfer bringen?«
»Doch, aber kein solches. Übrigens bin ich gar kein Mann der Wissenschaft. Sollte ich Mekka je erreichen, so hat es nur den Wert, daß ich es gesehen habe und unter Bekannten einmal davon erzählen kann. Ich möchte behaupten, daß man die Stadt des Propheten zu besuchen vermag, auch ohne seinen Christenglauben dadurch zu verleugnen, daß man den Pilger spielt.«
»Wohl nicht.«
»Glauben Sie, daß Mekka nur von Pilgern besucht wird?«
»Man sollte allerdings meinen, daß auch Kaufleute hinkommen. Diese aber werden doch auch die heiligen Orte besuchen und dort beten.«
»Man wird sie aber nicht darüber kontrollieren. Ich rechne sechzehn Wegstunden von hier bis Mekka; man reitet sie sehr gut in acht Stunden. Hätte ich ein Bischarihnhedjihn[81], so würde ich bloß vier Stunden brauchen. Ich komme dort an, steige in irgend einem Khan ab, durchwandere ernsten, langsamen Schrittes die Stadt und besehe mir das Heiligtum; dazu brauche ich nur wenige Stunden. Ein jeder wird mich für einen Moslem halten, und ich kann ruhig wieder zurückkehren.«