[81] Kamelart.
»Das klingt ganz ungefährlich, aber gewagt ist es dennoch. Ich habe gelesen, daß ein Christ höchstens bis auf neun Meilen an die Stadt heran darf.«
»Dann dürften wir ja auch nicht in Dschidda sein, wenn nicht etwa nur englische Meilen gemeint sind. Auf dem Wege von hier nach Mekka liegen elf Kaffeehäuser; ich will getrost wagen, in allen bis zum neunten einzukehren, und dabei auch sagen, daß ich ein Christ bin. Die Zeiten haben sehr vieles geändert; jetzt genügt es, die Christen die Stadt nicht betreten zu lassen. Ich werde den Versuch wagen.«
Ich hatte mich in die Sache selbst so hineingesprochen, daß jetzt wirklich mein Entschluß fest stand, nach Mekka zu reisen. Ich brachte diesen Gedanken heim in meine Wohnung, schlief mit demselben ein und erwachte auch mit ihm. Halef brachte mir den Kaffee. Ich hatte Wort gehalten und ihm sein Geld bereits gestern gegeben.
»Sihdi, wann erlaubst du mir, nach Mekka zu gehen?« fragte er mich.
»Hast du Dschidda bereits ganz gesehen?«
»Noch nicht; aber ich werde bald fertig sein.«
»Wie wirst du reisen? Mit einem Delyl?«
»Nein, denn der kostet zu viel. Ich werde warten, bis mehrere Pilger beisammen sind und dann auf einem Mietkamele reiten.«
»Du kannst abreisen, sobald du willst.«