Delyls sind nämlich diejenigen Beamten, welche die fremden Pilger zu führen und darauf zu sehen haben, daß diese keine Vorschrift versäumen. Unter den Pilgern befinden sich sehr viele Frauen und Mädchen. Da aber den unverheirateten Frauenzimmern das Betreten der Heiligtümer verboten ist, so machen die Delyls ein Geschäft daraus, sich gegen Bezahlung mit ledigen Pilgerinnen, die sie von Dschidda abholen, zu verheiraten, sie in Mekka zu begleiten und ihnen dann nach vollbrachter Wallfahrt den Scheidebrief zu geben.

Halef hatte kaum meinen Raum verlassen, so hörte ich draußen eine Stimme sagen:

»Ist dein Herr zu Hause?«

»Dehm arably – sprich arabisch!« antwortete Halef auf die deutsch gesprochene Frage.

»Arably? Das kann ich nicht, mein Junge; höchstens könnte ich dich mit einem bißchen Türkisch traktieren. Aber warte, ich werde mich gleich selbst anmelden; denn jedenfalls steckt er da hinter der Thür.«

Es war Albani, dessen Stimme jetzt erklang:

»Juchheirassasa!
Und wenn d’willst, will i a,
Und wenn d’willst, so mach auf,
Denn desweg’n bin i da!«

Er schien den Text seiner Schnadahüpfeln den Verhältnissen anzupassen. Gewiß stand Halef vor Erstaunen ganz starr da draußen, und wenn ich nicht antwortete, so geschah es seinetwegen; er sollte noch etwas hören. Es dauerte auch gar nicht lange, so fuhr der Triester fort:

»Soldat bin i gern
Und da kenn’ i mi aus,
Doch steh i nit gern Schildwach
In fremder Leut Haus.«

Und als auch diese zarte Erinnerung keine Folge hatte, drohte er: