»Ja. Die Liebe ist eine Koloquinthe. Wer sie ißt, bekommt Bauchgrimmen.«
»O, Sihdi, wer wird die Liebe mit einer Koloquinthe vergleichen! Allah möge deinen Verstand erleuchten und dein Herz erwärmen! Ein gutes Weib ist wie eine Pfeife von Jasmin und wie ein Beutel, dem nimmer Tabak mangelt. Und die Liebe zu einer Jungfrau, die ist – – die ist – – wie – der Turban auf einem kahlen Haupte und wie die Sonne am Himmel der Wüste.«
»Ja. Und wen ihre Strahlen treffen, der bekommt den Sonnenstich. Ich glaube, du hast ihn schon, Halef. Allah helfe dir!«
»Sihdi, ich weiß, daß du niemals ein Bräutigam sein willst; ich aber bin einer, und daher ist mein Herz geöffnet wie eine Nase, die den Duft der Blumen trinkt.«
Unser kurzes Gespräch war zu Ende, denn die anderen hatten uns nun eingeholt. Es wurde über das Vorgefallene kein Wort verloren, und als die Stadt in Sicht kam, ließ der Scheik seine Tiere halten. Er hatte zwei ledige Kamele mitgenommen, welche uns bei unserer Rückkehr tragen sollten.
»Hier werde ich warten, Sihdi,« sagte er. »Welche Zeit wird vergehen, bis du wieder kommst?«
»Ich werde zurück sein, ehe die Sonne einen Weg zurückgelegt hat, der so lang ist, wie deine Lanze.«
»Und das Tirscheh oder Kiahat[113] wirst du nicht vergessen?«
[113] Pergament oder Papier.
»Nein. Ich werde auch Mürek und ein Kalem[114] mitbringen.«