Mein Schlaf war so fest, daß mich erst ein lautes Kamelgetrappel erweckte. Ich erhob mich und trat vor das Zelt. Im Osten erhellte sich bereits der Horizont, und da drüben, wo die Bucht lag, war er hellrot gefärbt. Es gab dort einen Brand, und die Vermutung, welche bei diesem Anblick in mir aufstieg, wurde bestätigt durch das im Lager herrschende rege Leben. Die Männer waren fort gewesen und kehrten jetzt zurück, sie und ihre Kamele reich mit Beute beladen. Auch die Tochter des Scheiks hatte sich ihnen angeschlossen, und als sie vom Kamele stieg, bemerkte ich, daß ihr Gewand mit Blut bespritzt war. Malek bot mir den Morgengruß und meinte, nach der Feuerwolke deutend:
»Siehst du, daß wir das Schiff gefunden haben? Sie schliefen, als wir kamen, und sind nun zu den Hunden, ihren Vätern, versammelt.«
»Du hast sie getötet und das Schiff beraubt?«
»Beraubt? Was meinst du mit diesem Worte? Gehört nicht dem Sieger das Eigentum des Besiegten? Wer will uns streitig machen, was wir gewonnen haben?«
»Die Zehka, welche Abu-Seïf geraubt hat, gehört dem Scherif Emir.«
»Dem Scherif Emir, der uns ausgestoßen hat? Selbst wenn das Geld ihm gehörte, würde er es nicht wieder erhalten. Aber glaubst du wirklich, daß es die Zehka war? Du bist belogen worden. Nur der Scherif hat das Recht, diese Steuer einzusammeln, und dies wird er niemals durch einen Türken thun lassen. Der Türke, welchen du für einen Zolleinnehmer gehalten hast, war entweder ein Schmuggler oder ein Zöllner des Pascha von Ägypten, den Allah erschlagen wolle!«
»Du hassest ihn?«
»Dies thut jeder freie Araber. Hast du nicht von den Greuelthaten gehört, welche zur Zeit der Wachabiten hier geschahen? Mag das Geld dem Pascha gehören oder dem Scherif, es bleibt mein. Doch die Zeit des Fagr naht. Mache dich bereit, uns zu folgen. Wir können hier nicht länger bleiben.«
»Wo wirst du dein Lager aufschlagen?«
»Ich werde es an einem Orte errichten, von welchem aus ich die Straße zwischen Mekka und Dschidda beobachten kann. Abu-Seïf darf mir nicht entgehen.«