»Ich will sehen, ob unser Wächter an seinem Platze ist.«
Nach kaum fünf Minuten erblickten wir ihn. Er saß auf einer Anhöhe und schaute unverwandt nach Süden.
»Er braucht uns nicht zu sehen,« sagte sie. »Komm, Sihdi; ich werde dich führen, wohin du willst!«
Was meinte sie mit diesen Worten? Sie lenkte nach links hinüber und sah mich dabei lächelnd an. Dann ließ sie die Tiere weit ausgreifen und hielt endlich in einem engen Thale still, wo sie abstieg und sich auf den Boden niedersetzte.
»Setze dich zu mir und laß uns plaudern,« sagte sie.
Sie wurde mir immer rätselhafter, doch kam ich ihrer Aufforderung nach.
»Hältst du deinen Glauben für den allein richtigen, Effendi?« begann sie die eigentümliche Unterhaltung.
»Gewiß!« antwortete ich.
»Ich auch,« bemerkte sie ruhig.
»Du auch?« fragte ich verwundert; denn es war das erste Mal, daß ein muselmännischer Mund mir gegenüber ein solches Bekenntnis aussprach.