»Du rätst und wirst doch das Richtige nicht treffen.«

»Meinst du? Sagte ich dir nicht da oben, daß eines ihrer Pferde den Hahnentritt habe?«

»Ja, das sah ich, als sie davonritten.«

»So werde ich auch jetzt recht haben, wenn ich sage, daß sie nach Seddada gehen.«

»Warum folgen wir ihnen nicht sofort?«

»Wir kämen ihnen sonst zuvor, da wir den geraden Weg haben; dann würden sie auf unsere Spur stoßen und sich hüten, mit uns wieder zusammenzutreffen.«

»Laß uns also wieder zum Wasser gehen und ruhen, bis es Zeit zum Aufbruch ist.«

Wir stiegen wieder hinab. Ich streckte mich auf meine am Boden ausgebreitete Decke aus, zog das Ende meines Turbans als Lischam[11] über das Gesicht und schloß die Augen, nicht um zu schlafen, sondern um über unser letztes Abenteuer nachzudenken. Aber wer vermag es, in der fürchterlichen Glut der Sahara seine Gedanken längere Zeit mit einer an sich schon unklaren Sache zu beschäftigen? Ich schlummerte wirklich ein und mochte über zwei Stunden geschlafen haben, als ich wieder erwachte. Wir brachen auf.

[11] Gesichtsschleier.

Das Wadi Tarfaui mündet in den Schott Rharsa; wir mußten es also nun verlassen, wenn wir, nach Osten zu, Seddada erreichen wollten. Nach Verlauf von vielleicht einer Stunde trafen wir auf die Spur zweier Pferde, welche von West nach Ost führte.