»Nun, Halef, kennst du diese Ethar, diese Fährte?«
»Masch Allah, du hattest recht, Sihdi! Sie gehen nach Seddada.«
Ich stieg ab und untersuchte die Eindrücke.
»Sie sind erst vor einer halben Stunde hier vorübergekommen. Laß uns langsamer reiten, sonst sehen sie uns hinter sich.«
Die Ausläufer des Dschebel Tarfaui senkten sich allmählich in die Ebene hernieder, und als die Sonne unterging und nach kurzer Zeit der Mond emporstieg, sahen wir Seddada zu unsern Füßen liegen.
»Reiten wir hinab?« fragte Halef.
»Nein. Wir schlafen unter den Oliven dort am Abhange des Berges.«
Wir bogen ein wenig von unserer Richtung ab und fanden unter den Ölbäumen einen prächtigen Platz zum Bivouac. Wir waren beide an das heulende Bellen des Schakal, an das Gekläffe des Fennek und an die tieferen Töne der schleichenden Hyäne gewöhnt und ließen uns von diesen nächtlichen Lauten nicht im Schlafe stören. Als wir erwachten, war es mein erstes, die gestrige Fährte wieder aufzusuchen. Ich war überzeugt, daß sie mir hier in der Nähe eines bewohnten Ortes nicht mehr von Nutzen sein werde, fand aber zu meiner Überraschung, daß sie nicht nach Seddada führte, sondern nach Süden bog.
»Warum gingen sie nicht hernieder?« fragte Halef.
»Um sich nicht sehen zu lassen. Ein verfolgter Mörder muß vorsichtig sein.«