Er zog ihn aus der Scheide. Es war ein Kunstwerk, zweischneidig, leicht gekrümmt, wunderbar damasciert, und in arabischer Sprache stand zu beiden Seiten der Wahlspruch: »Nur nach dem Sieg in die Scheide.« Er war gewiß von einem jener alten, berühmten Waffenschmiede in Damaskus gefertigt worden, welche heutzutage ausgestorben sind und mit denen sich jetzt keiner mehr vergleichen kann.

»Gefällt er dir?« fragte der Scheik.

»Er ist wohl fünfzig Schafe wert!«

»Sage hundert oder hundertfünfzig, denn es haben ihn zehn meiner Väter getragen, und er ist niemals zersprungen. Er sei dein; gieb mir den deinigen dafür!«

Das war ein Tausch, den ich nicht zurückweisen durfte, wenn ich den Scheik nicht unversöhnlich beleidigen wollte. Ich gab also meinen Dolch hin.

»Ich danke dir, Hadschi Eslah el Mahem; ich werde diese Klinge tragen zum Andenken an dich und zu Ehren deiner Väter!«

»Sie läßt dich nie im Stiche, so lange deine Hand fest bleibt!«

Da hörten wir den Hufschlag eines Pferdes und gleich darauf bog ein Reiter um den Felsenvorsprung, welcher unser Versteck nach Süden abschloß. Es war kein anderer als mein kleiner Halef.

»Sihdi, du sollst kommen!« rief er, als er mich erblickte.

»Wie steht es, Hadschi Halef Omar?«