»Hinaus!«
»Wir haben – – –«
»Hinaus!«
Im nächsten Augenblick war ich mit Halef wieder allein. Sie mochten mir doch angesehen haben, daß ich keine Lust hatte, mir von ihnen Vorschriften geben zu lassen. – Man muß den Orientalen zu behandeln verstehen. Derjenige Abendländische, welcher sich mißachtet sieht, trägt selbst die Schuld. Ein klein wenig persönlicher Mut und eine möglichst große Dosis Unbescheidenheit, unterstützt von derjenigen lieben Tugend, welche man bei uns Grobheit nennen würde, sind unter gewissen Voraussetzungen von dem allerbesten Erfolge. Allerdings giebt es andererseits auch Verhältnisse, in denen man gezwungen ist, sich einiges oder sogar auch vieles gefallen zu lassen. Dann ist es aber sehr geraten, zu thun, als ob man gar nichts bemerkt habe. Freilich gehört nicht nur Kenntnis der Verhältnisse und Berücksichtigung des einzelnen Falles, sondern auch eine gute Übung dazu, um zu entscheiden, was dann besser und klüger sei: Grobheit oder Geduld und Selbstüberwindung, die Hand an der Waffe oder – – die Hand im Beutel.
»Sihdi, was hast du gethan!« rief Halef.
Er fürchtete trotz seiner Unerschrockenheit doch die Folgen meines Verhaltens.
»Was ich gethan habe? Nun, die beiden Lümmel hinausgewiesen!«
»Kennst du diese Arnauten?«
»Sie sind blutgierig und rachsüchtig.«
»Das sind sie. Hast du in Kahira nicht gesehen, daß einer von ihnen eine alte Frau bloß deshalb niederschoß, weil sie ihm nicht auswich? Sie war blind.«