»Ich habe es gesehen. Diese hier aber werden uns nicht niederschießen.«

»Und kennst du den Pascha?«

»Er ist ein sehr guter Mann!«

»O, sehr gut, Sihdi! Halb Mossul ist leer, weil sich alle vor ihm fürchten. Kein Tag vergeht, ohne daß zehn oder zwanzig die Bastonnade erhalten. Wer reich ist, lebt morgen nicht mehr, und sein Vermögen gehört dem Pascha. Er hetzt die Stämme der Araber aufeinander und bekriegt dann den Sieger, um ihm die Beute abzunehmen. Er spricht zu seinen Arnauten: ›Gehet, zerstört, mordet, aber bringt mir Geld!‹ Sie thun es, und er wird reicher als der Padischah. Wer heute noch sein Vertrauter ist, den läßt er morgen einstecken und übermorgen köpfen. Sihdi, was wird er mit uns thun?«

»Das müssen wir abwarten.«

»Ich will dir etwas sagen, Sihdi. Sobald ich sehe, daß er uns etwas Böses zufügen will, werde ich ihn niederschießen. Ich sterbe nicht, ohne ihn mitzunehmen.«

»Du wirst gar nicht in die Lage kommen, denn ich gehe allein zu ihm.«

»Allein? Das gebe ich nicht zu. Ich gehe mit!«

»Darf ich dich mitnehmen, wenn er nur mich bei sich sehen will?«

»Allah il Allah! So werde ich hier warten. Aber ich schwöre es dir bei dem Propheten und allen Kalifen; wenn du am Abend noch nicht zurück bist, so lasse ich ihm sagen, daß ich ihm etwas Wichtiges mitzuteilen hätte: er wird mich annehmen, und dann schieße ich ihm alle beiden Kugeln vor den Kopf!«