Ich drückte mich hierbei sehr gelinde aus, denn der Disch-parassi, die »Zahnvergütung«, ist eine Abgabe an Geld, welche überall erhoben wird, wo der Pascha auf seinen Reisen anhält, und zwar dafür, daß er sich seine Zähne beim Kauen derjenigen Lebensmittel abnutzt, die ihm die betreffenden Einwohner unentgeltlich liefern müssen.

»Du hast es erraten,« meinte er. »Ich werde dir eine Schrift mitgeben, in welcher ich befehle, dir überall, wohin du kommst, den Disch-parassi auszuzahlen, grad als ob ich es sei. Wann willst du abreisen?«

»Morgen früh.«

»Warte, ich werde mein Siegel holen, um das Schreiben sogleich ausfertigen zu lassen!«

Er stand auf und verließ das Zimmer. Da der Schwarze ihm die Pfeife nachtragen mußte, so blieb ich allein zurück. Neben dem Pascha hatten einige Papiere gelegen, mit denen er sich vor meinem Erscheinen beschäftigt haben mochte. Schnell griff ich zu und öffnete eines. Es war ein Plan des Thales von Scheik Adi. Ah! Sollte dieser Plan vielleicht mit seinen Geheimnissen in Verbindung stehen? Ich konnte diesen Gedanken nicht weiter verfolgen, denn der Gouverneur trat wieder ein. Auf seinen Befehl erschien sein Geheimschreiber, welchem er drei Schreiben diktierte: eines an den kurdischen Bey, eines an den Kommandanten der Festung Amadijah und das dritte an alle Ortsoberhäupter und sonstigen Behörden, und darin hieß es, daß ich das Recht habe, den Disch-parassi zu erheben, und die Bewohner meinen Anforderungen grad so entsprechen sollten, als ob der Pascha sie selbst stelle.

Konnte ich mehr verlangen? Der Zweck meiner Anwesenheit in Mossul war über Erwartung vollständig erreicht, und dieses Wunder hatte außer meinem furchtlosen Auftreten nur das kohlensaure Natron erreicht.

»Bist du mit mir zufrieden?« fragte er.

»Unendlich, o Pascha. Deine Güte will mich mit Wohlthaten erdrücken!«

»Danke mir nicht jetzt, sondern später.«

»Ich wünsche, daß ich es einst vermag!«