»Und ich reise hier auf Befehl des Mutessarif von Mossul und des Padischah von Konstantinopel; das kannst du dir denken!«

Er öffnete die Augen ein wenig mehr und befahl mir dann:

»Beweise es!«

»Hier!«

Ich gab ihm meine Legitimationen. Er öffnete sie unter den vorgeschriebenen Formalitäten und las sie dann. Darauf faltete er sie sorgfältig wieder zusammen, gab sie mir zurück und meinte dann in sehr höflichem Tone:

»Du trägst selbst die Schuld, daß ich streng zu dir sprach. Du sahst, wer ich bin, und hättest mir höflicher antworten sollen!«

»Du trägst selbst die Schuld, daß dies nicht geschehen ist,« antwortete ich ihm. »Du sahst meine Begleitung, die mich als einen Mann legitimiert, welcher sich der Freundschaft des Mutessarif erfreut, und hättest höflicher fragen sollen! – Grüße deinen Herrn sehr viele Male von mir; guten Morgen!«

»Zu Befehl, mein Herr!« antwortete er.

Ich wandte mich weiter. Es war meine Absicht gewesen, etwas zur Befreiung von Mohammed Emin zu thun, hatte aber gleich beim Anfange des Gespräches mit dem Offizier bemerkt, daß dies unnötig sei. Die Begleitung desselben war etwas rückwärts hinter ihm halten geblieben und hielt ihre Augen mehr auf mich als auf ihren Gefangenen gerichtet. Dieser machte sich diesen Umstand sofort zu Nutzen. Er war nur leicht gefesselt und saß auf einem schlechten türkischen Pferde. Im letzten Gliede des Trupps aber führte man sein vortreffliches Tier, an dessen Sattel alle seine Waffen hingen. Ich bemerkte seine glücklichen Bemühungen, sich die Hände frei zu machen, und grad in dem Augenblicke, an welchem ich das Gespräch abbrach, sprang er mit den Füßen auf den Rücken seines Tieres.

»Halef, aufgepaßt!« raunte ich dem Diener zu, welcher ebenso aufmerksam beobachtet hatte, wie ich selbst.